Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Physiologie des Wasser und des Kochsalzes
Person:
Cohnheim, Otto Kreglinger
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37546/2/
414 
Otto Cohnheim und Kreglinger, 
aller beobachteten Differenzen sei. Auch Fuchs1) fand zwar 
in 8000 und 4500 m Höhe eine Vermehrung der Zahl der Blut¬ 
körperchen beim Menschen, aber die Vermehrung war nicht 
entfernt so stark und gesetzmäßig wie beim Kaninchen. 
Unter diesen Umständen schien es sehr angezeigt, das 
Verhalten des Hämoglobins und der Blutkörperchen von neuem 
zu untersuchen. fc]s war nicht anzunehmen, daß die Verschie¬ 
denheit der Resultate der Autoren lediglich auf ihrer Methodik, 
bezw. deren Ausführung beruhte, vielmehr war zu vermuten, 
daß die Menge der roten Blutkörperchen in der Volumeinheit 
nicht nur von der Höhe, also dem Barometerdruck abhing, 
sondern außerdem von dem verschiedenen Verhalten der Ver¬ 
suchspersonen, bezw. der Versuchstiere. Grawitz2) hat die 
Vermutung ausgésprochen, daß der stärkere Wasserverlust in 
der Höhe die Ursache der Blutkörperchenvermehrung in der 
Volumeinheit sei, und Weiss3) und Abderhalden fänden in 
der Tat an ihren Versuchstieren nur eine Konzentrierung des 
Bluts, keine Vermehrung der absoluten Hämoglobinmenge. Auch 
Fieschlerl) sah bei Herabsetzung des Luftdrucks im pneuma¬ 
tischen Kabinett bei Kaninchen eine Eindickung des Blutes. 
Nun wissen wir aber, daß Wasserabgabe oder Wasserzufuhr 
im allgemeinen nicht zu einer Konzentrierung oder Verdünnung 
des Blutes führt: das Blut hält seine Zusammensetzung viel¬ 
mehr sehr zähe fest, indem es überschüssiges Wasser an die 
Wasserdepots der Gewebe abgibt, bezw. ihnen Wasser ent¬ 
nimmt.5) Hier bestand ein Widerspruch, der sich vielleicht 
dadurch auflöste, daß es auf die Art der Wasserabgabe an¬ 
kommt. Die stärkste Wasserentziehung geschieht beim Menschen 
durch Schwitzen. Schweißabgabe aber findet nur dann statt, 
wenn die Schweißdrüsen durch einen spezifischen Reiz zur 
M R. F. Fuchs, Erlanger Sitzungsber., 1908. 
2) E. Grawitz, Berliner klin. Wochensehr., 1895. 
3) J. Weiss, Diese Zeitschrift, Bd. XXII, S. 526 (1896). 
41 A. F i e sc hier, Deutsch. Arch. f. klin. Med., Bd. LXXXI, S. 579 (1904). 
6) H. Magnus. Arch. f. exp. Path. u. Pharm., Bd. XLIV, S. 68 u. 
,996 (1900), Bd. XLY. S. 210 (1901); W. Engels, ibid., Bd. LI, S. 946 
(1904). A. Plehn, Deutsch. Arch. f. klin. Med.. Bd. XCI. S. 1 (1907).
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.