Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Fermente des Nucleinstoffwechsels menschlicher Organe
Person:
Schittenhelm, Alfred
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37532/4/
Über die Fermente dés Nucleinstoffwechsels menschlicher Organe. 251 
Guanin. Es wurden feiner kleine Mengen Harnsäure auch aus 
dem Darm gewonnen (zweiter Darm), aber dieselben nahmen 
weder im Guanin- noch im Adeninversuche zu. 
Verweilen wir zunächst bei diesen Resultaten menschlicher 
Organe, so füllt sofort die gute Übereins timmung der Gua¬ 
ninversuche mit den Resultaten der mit kindlichen Organen 
ausgeführten Versuche von Schmid und mir auf. Bei den 
Adeninvèrsuchen bestehen geringe Differenzen. Die Niere war 
da und dort wirksam, dagegen bestehen quantitative Differenzen 
bei der Lunge, dem Darm, dem Muskel und vielleicht der Leber. 
Diese Differenzen sind, wie ich betonen möchte, nur quantita¬ 
tiver Natur, indem das eine Mal nur Spuren einer Umsetzung, 
das andere Mal ein erheblicher Grad derselben und umgekehrt 
konstatiert werden konnte. Solche Differenzen überraschen aber 
keineswegs, denn wir finden sie auch in den Guaninversuchen. 
So setzt z. B. der eine Muskelextrakt Guanin in einer bestimmten 
Zeit zu einem großen Prozentsatz um (3. Muskel, Versuch c), 
während ein anderer Extrakt in derselben Zeit völlig unwirksam 
ist (2. Muskel, Versuch a) : so setzt ferner ein Leberextrakt in 
36 Versuchsstunden 0,3 g Guanin quantitativ in Harnsäure um 
(1. Leber, Versuche und di, während ein anderer nach 4B Stunden 
nur 0,15 g Harnsäure und noch 0,2 g Xanthin ergibt q 4. Leber,. 
Versuch b). Worin diese differierende Wirksamkeit verschie¬ 
dener Organextrakte ihre Ursache hat. läßt sich mit Bestimmt¬ 
heit schwer sagen. Es können dafür zahlreiche Möglichkeiten 
angeführt werden. Ich möchte hier nur eine erwähnen, welche 
einen experimentellen Hintergrund hat, das ist die Hemmung 
der Fermentreaktion durch andere Substanzen. Eine 
solche Hemmung konnten Künzel und ich1) bei der Xanthin 
oxydase und beim urikolytischen Ferment in Versuchen fest¬ 
stellen, und auch Battelli und Stern2) berichten über die 
Gegenwart hemmender Substanzen, die bisweilen die Existenz 
‘) W. Künzel und A. Schittenhel m. Über'die gegenseitige Be¬ 
einflussung der Fermente des Nucleinstoffwechsels. Zeitsehr. f. exp. Path. u. 
Ther., 1908, Bd. V, sowie Über den zeitlichen Ablauf der Urikolyse. Ebenda 
*) F. Battelli und L. Stern, Untersuchungen über die Uri käse in 
den Tiergeweben. Biochem. Zeitschr., 1909. Bd. XIX. S. 219.
        

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