Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Oxydationsprodukte des Cholesterins in den tierischen Organen. IV. Mitteilung (Vorbericht)
Person:
Lifschütz, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37529/6/
Oxydationsprodukte des Cholesterins in tierischen Organen. IV. 227 
abweichen. Das Leberfett stellt eine fast schwarzbraune, feste, 
sehr zähe, stark klebrige und nur wenig fettige Masse dar. 
Sie betrug bei beiden Leberpartien 20,0°/o von den ent¬ 
sprechenden Trockensubstanzen. Bis jetzt ist nur das Leberfett 
der Partie um die vena cava näher untersucht worden. 
3,4 g dieses Fettes ergaben nach der Verseifung: 
Unverseifbares (wasserunlösliche Alkohole) 0,9016 g = 28,3 °/o. 
Wasserunlösliche Fettsäuren 1,3000 » == 38,2 °/o. 
Die Fettsäuren sind dunkelbraun, beim Schmelzen streng 
flüssig und beim Erkalten schnell zur braungelben Krystall- 
masse erstarrend. Sie zeigten eine Säurezahl 196,0. 
Das Unverseifbare ist hellgelb, krystallinisçh, mit viel 
Cholesterinkrystallen durchsetzt und besteht auch der Haupt¬ 
menge nach aus Cholesterin. Der methylalkoholische Auszug 
aus diesem Unverseifbaren hinterläßt eine braune, größtenteils 
amorphe, weiche und fettige Masse, die eine intensive Chol¬ 
esterinreaktion zeigt. Ihre Essigschwefelsäurereaktion ist sehr 
schwach, von mißfarbig rotbrauner Farbe, die ziemlich schnell 
in ein schmutziges Grün übergeht. Die Absorptionsspektra 
sind dementsprechend gleichfalls schwach, verschwommen und 
von nur geringer Dauer. Diese Reaktion deutet demnach auf 
einen nur sehr geringen Gehalt des Unverseifbaren an Oxy- 
cholesterinen, die sicherlich auf die in der Leber — wie oben 
bereits hervorgehoben wurde — zurückgebliebenen kleinen Blut¬ 
reste zurückzuführen sind, deren Fetteile bei der Extraktion 
der großen Menge Trockenleber in die relativ kleine Menge 
des Leberfettes mit hinübergegangen sind, um sich hier durch 
die Essigschwefelsäurereaktion des Unverseifbaren poch deut¬ 
lich zu dokumentieren. 
Auffallend ist bei diesem Leberfett seine große Ähnlich¬ 
keit mit dem seinerzeit von mir beschriebenen Blutfett.1) Ge¬ 
mahnt schon der äußere Habitus des Leberfettes unwillkürlich 
an das Blutfett, so scheint die analoge chemische Zusammen¬ 
setzung, namentlich aber der hohe Gehalt an wasserunlöslichem 
Unverseifbaren bezw. dessen Verhältnis zu den Fettsäuren der 
‘) Vgl. II. Mitteilung. Diese Zeitschrift, Bd. LUI, S. 112 ff.
        

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