Bauhaus-Universität Weimar

Bemerkungen über Autolyse und Konservierung. 13t) 
Benzoesäure erwiesen, etwas weniger wirksam das verdünnte 
Senfölwasser, indessen führt die Anwendung eines .sauer rea¬ 
gierenden Antisepticums eine gewisse Komplikation in den Ver¬ 
such ein, da ein nachzuweisendes proteolytisches Enzym — es 
ist anzunehmen, daß dasselbe nicht einheitlicher Natur ist — 
gegen Säuren empfindlich sein könnte, während in der Regel 
allerdings die Säuren, wie namentlich Ar ink in ausführlich dar¬ 
getan hat,1) befördernd wirken. Ferner kann die Benzoe- oder 
Salicylsäure bei der Verarbeitung der Autolyseflüssigkeit störend 
wirken, da sie nicht wie das Chloroform und Senföl unter allen 
Umständen durch die Verarbeitung eo ipso eliminiert werden, 
ohne daß man sich darum zu kümmern braucht. . Zweckmäßig 
wird man Parallelversuche mit einer der beiden Säuren und Senf¬ 
ölwasser anstellen. Bei Anwendung von Salicylsäure und Senföl¬ 
wasser möchte es sich auf alle Fälle empfehlen, die Mischungen 
auf das Vorhandensein von Bakterien zu prüfen. Yoshimoto hat 
allerdings in seinen Versuchen die betreffenden Mischungen bei 
Impfungen durch Stich steril gefunden, allein diese hat Kikkoji 
nicht absolut zuverlässig gefunden: sie versagte ihm manchmal, 
wenn die Impfung durch Strich noch ein positives Resultat gab. 
Ferner wird man die «weniger störenden» Antiseptica anwenden, 
wenn man eine möglichst tiefgehende und umfangreiche Auto¬ 
lyse beabsichtigt. 
Es gibt aher auch Fälle, in denen mir das Chloroformwasser 
mehr am Platz zu sein scheint, nämlich in solchen Versuchen, 
in denen störender oder befördernder Einfluß einer bestimmten 
Versuchsanordnung, wie Temperatur, Zeitdauer, und namentlich 
der Einfluß gleichzeitig vorhandener chemischer Körper festge¬ 
stellt werden soll. Der Fall liegt hier ebenso, wie z. B. bei der 
Pepsinverdauung; auch hier ist es nicht immer zweckmäßig, 
möglichst stark wirkende Pepsinsalzsäure anzuwenden, weil es 
sehr wohl Vorkommen kann, daß bei einer solchen störende 
Einflüsse keine Differenzen verursachen, während sich solche bei 
schwächer wirkenden Verdauungslösungen sehr wohl bemerkbar 
machen. Auch für pathologische Organe . würden sich nicht 
*) Diese Zeitschrift, Bd. LUI, S. 192.
        

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