Bauhaus-Universität Weimar

Beiträge zur Kenntnis der Autolysé. 113 
erklärt sich daraus, daß, wie die bakteriologische Untersuchung 
ergab (Tabelle II), bei den Versuchen mit dem Toluol- und dem 
Toluolchloroformwasser sich Bakterien entwickelten und des¬ 
halb die Auflösung des Lebergewebes durch die doppelte Ein¬ 
wirkung von Enzymen und Bakterien stattfand. 
Es erschien mir dabei sehr auffällig, daß bei den Ver¬ 
suchen mit dem Toluolchloroformwasser Bakterien immer ge¬ 
wachsen waren, während die Versuche mit dein einfachen 
Chloroformwasser ganz aseptisch vor sich gingen. 
Ein besonderer Versuch zeigte mir nun, daß dies auf 
folgendem Grunde beruht: Chloroform ist mit Toluol leichter 
mischbar als mit Wasser. Wenn also die Chloroformlösung 
mit dem Überschuß von Toluol stark geschüttelt und dann fil¬ 
triert wird, so ist der größte Teil des gelösten Chloroforms in 
den Überschuß von Toluol aufgenommen und wird durch die 
Filtration mit dem überschüssigen Toluol entfernt, während nur 
eine geringe Menge von Toluol in die Lösung geht. Infolge¬ 
dessen war die antiseptische Wirkung .des Toluolchloroform¬ 
wassers schwächer als die des Chloroformwassers und sogar 
zu schwach, um die Organmasse während der ganzen Dauer 
des Versuches aseptisch zu halten. 
Jedenfalls ergibt sich aus diesen Versuchen mit Sicherheit, 
daß unter den gesättigten Lösungen nur das gesättigte Chloro¬ 
formwasser als eine Autolyseflüssigkeit dienen kann. 
Alsdann wurden die Versuche sowohl mit den Lösungen 
mit Überschuß als auch der Vollständigkeit halber mit dem 
gesättigten Chloroformwasser ausgeführt. N-Bestimmungen aus 
derselben Kalbsleber bei jedem Versuche ergaben, umgerechnet 
auf 1 kg Leber, I. 30,47 g, II. 30,67 g, III. 30,92 g, IV. 30,52 g, 
V. 30,32 g. Mittelzahl 30.66 g. 
Nach der Tabelle III sind bei den Versuchen mit Chloro¬ 
formwasser -f- Chloroform die gefundenen N-Mengen erheblich, bei 
den Versuchen mit Chloroformwasser -j- Toluol etwas geringer 
als bei den Versuchen mit dem gesättigten Chloroformwasser, 
während die N-Menge bei den Versuchen mit dem Toluolwasser 
~b Toluol meistens, mit Ausnahme von Versuch II und V, viel 
größer gefunden wurde, was, wie Tabelle IV zeigt, auf der Ent-
        

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