Bauhaus-Universität Weimar

Zerfall und Leben der Blutplättchen. 15 
Die Fixierung gelingt sehr leicht dadurch, daß man die Fixie¬ 
rungsflüssigkeit z. ß. Osmiumsäure von der Kante zufließen 
läßt und dann weiter behandelt wie Trockenpräparate. Der Kern 
färbt sich sehr leicht mit allen sonst üblichen Kernfärbungs¬ 
mitteln. Besonders schöne Bilder bekommt man bei Färbung 
nach Heidenhain und Giemsa. Es zeigt sich hierbei, daß 
wir es nicht nur mit einer Anhäufung von Kernsubstanz zu tun 
haben, sondern mit einem wirklichen morphologisch differen¬ 
zierten Kern mit Kernmembran und Kerngerüst. Das Vorhanden¬ 
sein einer Kernmembran konnte auch von mir früher nicht 
nachgewiesen werden. Sie ist aber sehr deutlich an den nach 
Giemsa gefärbten Präparaten kenntlich, weniger gut hebt sie 
sich bei der Färbung nach Heidenhain ab. Man sieht sie 
als eine dunklere, verhältnismäßig breite Zone, welche die 
eigentliche Kernsubstanz vom Protoplasma scheidet. Wenn 
diese Hüllschicht auch wohl chemisch und morphologisch ver¬ 
schieden ist von der Kernmembran, wie wir sie sonst an 
Zellen kennen, so macht sie doch den Eindruck einer wirklich 
differenzierten Umhüllung der Kernsubstanz. Sie ist aber nur 
dann nachweisbar, wenn die Blutplättchen vollkommen intakt 
sind. Man kann sich davon am besten überzeugen, wenn man 
die Blutplättchen mit Manganlösungen ohne Zusatz von Peroxyd 
isoliert. Hier sieht man nämlich, wenn man etwa 10 Minuten 
nach Entnahme des Blutes fixiert, die Membran «an den meisten 
Plättchen ebenso gut wie bei der Peroxydmethode; wenn man 
längere Zeit wartet, dann ist sie nicht mehr nachweisbar. Ein¬ 
zelne Exemplare behalten sie auch wohl’längere Zeit. Gleich¬ 
zeitig mit dem Verschwinden der Membran treten wesentliche 
Änderungen am Kern selbst ein. Er verliert sein starkes Licht¬ 
brechungsvermögen, breitet sich immer mehr aus, die Kon¬ 
turen werden unregelmäßig, schließlich kann er fast voll¬ 
kommen im Protoplasma sich auflösen, so daß man den Eindruck 
hat, als ob man kernlose Individuen vor sich hätte, denn das 
Protoplasma kann während dieses Auflösungsprozesses noch eine 
Zeitlang unverändert und sogar noch bewegungsfähig bleiben. 
Der ganze Vorgang veranschaulicht sehr schön die Art 
des Angriffs des Fermentes auf die Zellen. Es scheint, als
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.