Bauhaus-Universität Weimar

Über die Einwirkung des Trypsins auf 3-5-Dijod-l-tyrosin. 441 
in Lösung. Davon wurden durch Silbernitrat 0,0032 g gefällt, 
d. h. 90,1 
3. Zu einem dritten Versuch wurden 11 Stöcke genommen. 
Dieselben wogen 7,565 g. Sie wurden mit 320 ccm einer 
0,3°/eigen Natriumbicarbonatlösung versetzt, diese mit'frischem 
Pankreasextrakt beschickt und unter Toluol 7 Wochen lang 
in den Brutschrank gestellt. In Lösung waren gegangen0,00544 g 
Jod, davon wurden 0,00510 g durch Silbernitrat gefällt, d. h. 
93,7 «/o. 
\\ ir ersehen, daß von dem in Lösung gegangenen Jod 
90 93 °/o aus seinem organischen Verbände losgelöst wurden. 
Die Lösung gab . kein Jod an Chloroform ab, ganz wie in den 
Versuchen mit Dijodtyrosin, dagegen sofort bei Zusatz einer 
Spur Nitritlösung. Auch fiel die Millonsehe Reaktion in allen 
Verdauungslösungen negativ aus (Xanthoproteinreaktion positiv). 
Ich führe noch an, daß nur ein geringer Bruchteil des 
Gorgonins in Lösung gegangen war: ob bei längerer Versuchs¬ 
dauer sich mehr gelöst hätte, weiß ich nicht. Jedenfalls löste 
sich bei erneuter Verdauung derselben Stöcke erheblich weniger 
als das erstemal. Immerhin handelte es sich um eine Auf¬ 
lösung des Gorgonins und nicht etw* *a von am Skelett haften 
gebliebenem Coenchym,1) denn die Bäumchen waren frei von 
allen Weichteilen gewesen und zeigten außerdem nach der Ver¬ 
dauung deutliche Arrosionserscheinungen.2) — Beiläufig sei er¬ 
wähnt, daß die Tatsache, daß das Gorgönin durch Trypsin an-^ 
gegriffen wird, bei dem äußeren -keratinähnlichen» Habitus 
der Substanz, des Interesses nicht entbehrt. 
Überblicken wir zum Schluß sämtliche Versuche, die zur 
Aufklärung der Bindung des Jods im Jodthyreoglobulin (und 
somit auch im Jodothyrin) im Laufe der Jahre von mir und 
von anderen angestelk worden sind, so wird nunmehr klar, 
warum alle Bestrebungen, auf hydrolytischem Wege, sei es 
durch Säuren, Alkalien oder Fermente, die jodhaltige Gruppe 
Ü Nach Drechs,eis Angabe scheint die Leibessubstanz überhaupt 
frei von Jod in jeder Form zu sein. 
*) Auch von vornherein anorganische Jodsalzc sind ausgeschlossen.
        

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