Bauhaus-Universität Weimar

Beiträge zur Harncliemic. 335 
Zum Gelingen der Kochprobe ist nach diesen 
Versuchen die Anwesenheit entweder von Kalk oder 
von freier Säure erforderlich. Kin alkalischer Harn bleibt 
bei der Kochprobe klar, wenn kein Kalk anwesend ist. Die 
Magnesia scheint sich wie die Alkalien zu verhalten. 
Weil die Kochprobe negativ ausfällt, wenn kein Kalk zugegen ist, 
so glauble ich, daß Zusatz von Calciumchlorid beim Kochen einen 
stärkeren Niederschlag erzeugen konnte. 
Ich setzte also zu 5 ccm Harn, welcher eine positive Kochprobe 
zeigte, 12 Tropfen einer 10°/oigen Chlorcalciumlösung, und kochte. Es 
entstand kein Niederschlag. Auch nach Zusatz von Essig- oder Salpeter¬ 
säure blieb die Probe klar. 
Wenn aber vor dem Kochen neben Chlorcalcium Natronlauge oder 
Natriumphosphat zugesetzt wurde, so entstand ein Niederschlag, welcher 
von Säure nicht ganz gelöst wurde. 
Denselben Erfolg wie Chlorcalcium ergab ein Zusatz von primärem 
Calciumphosphat. Das entsprechende Magnesiumphosphat hatte keinen 
Einfluß. 
Eine wässerige Lüsung von Hühnereiweiß gab keinen Niederschlag 
beim Kochen nach Zusatz von primärem Calciumphosphat. 
Ein Zusatz von Milchserum, nachdem unter Anwendung 
von Methylorange als Indikator die Phosphate in primäre um- 
geselzt waren, zu normalem Harn gab dasselbe Resultat wie 
eiweißhaltiger Harn. Serumeiweiß stand mir nicht zu Diensten. 
Obige Versuche wurden angestellt mit Harn, welcher 0,9 g Eiweiß 
im Liter enthielt. Bei einem größeren Gehalt entstand auch nach Chlor- 
calciumzusatz ein Niederschlag. 
Ein Harn einer anderen Patientin ergab nach Zusatz von CaCL 
beim Kochen einen starken Niederschlag, welcher aber nach Zusatz von 
E*sig- oder Salpetersäure sich löste. 
In den Proben, welche nach Zusatz von CaCI, beim Kochen keinen 
Niederschlag zeigten, fiel, nachdem die Probe abgekühlt war, der Versuch 
mit Ferrocyanwasserstoff positiv aus. 
Das Albumin wird in diesen Versuchen nicht in Lösung 
gehalten, sondern ist umgebildet zu Acidalbumin. Dieses wird 
nicht durch Zusatz von Säure, wohl aber durch Alkali gefällt. 
Die Verbindung, welche diese Umsetzung bewirkt, ist das pri¬ 
märe Calciumphosphat. 
Das Verhältnis ist also gerade das umgekehrte von dem¬ 
selben Alkaliphosphaten gegenüber. 
Albumin wird beim Kochen niedergeschlagen hei Anwesen- 
Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXII. 23
        

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