Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Gehalt des Hundeblutserums an peptolytischen Fermenten unter verschiedenen Bedingungen. III. Mitteilung
Person:
Abderhalden, Emil Ludwig Pincussohn
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37483/5/
Peptolytische Fermente des Hundeblutserums. III. 247 
den Blutkörperchen, Blutplättchen oder auch aus anderen 
Körperzellen stammen. Der Zweck dieser Einrichtung wäre wohl 
der, zu bewirken, daß die Fremdstoffe möglichst rasch abge¬ 
baut und so aus dem Blut entfernt werden. Die einmal in die 
Wege geleitete Abgabe von Fermenten bleibt während längerer 
Zeit erhalten. 
Es knüpfen sich an diese Beobachtungen sehr viele Frage¬ 
stellungen und auch Ausblicke. . Einmal wird festzustellen sein, 
ob ganz einfach gebaute «Peptone» auch schon die erwähnte 
Reaktion hervorrufen. Diese Frage wird systematisch mit Hilfe 
von Polypeptiden zu entscheiden sein. Von Wichtigkeit ist die 
Frage, wie lange nach der Injektion das Serum wirksam bleibt. 
Ferner muß natürlich geprüft werden, ob gleiche Verhältnisse 
geschaffen werden, wenn man nicht Eiweiß und Peptone resp. 
Polypeptide einführt, sondern andere Stoffe, wie Aminosäuren, 
Kohlenhydrate, Fette, physiologische Kochsalzlösung usw. 
Wir hoffen, daß unsere Befunde auch klinisch von einiger 
Bedeutung sein werden, und zwar zur Beobachtung der Wirkung 
mancher therapeutischen Maßnahmen. Es wird von Interesse 
sein, das Verhalten des Serums unter pathologischen Verhält¬ 
nissen —. speziell bei akuten und chronischen Infektionskrank¬ 
heiten — zu verfolgen. Manche Erscheinungen, wie z. B. die 
Überempfindlichkeit, erhalten vielleicht durch derartige Be¬ 
obachtungen eine Aufklärung. Da die Ausführung der Methode 
keine schwierige ist und nur einen guten Polarisationsapparat 
und peinliche Durchführung der Versuche bei genügenden 
Kontrollen erfordert, ist ihre Anwendung nicht beschränkt. 
Es ist wohl denkbar, daß der Organismus sich stets durch 
Abgabe von Fermenten gegen Stoffe schützt, die dem Blut nor¬ 
malerweise nicht zugehören. Unter mancherlei Verhältnissen 
kommt es vielleicht zur Abgabe von Zellbestandteilen an das Blut; 
ohne daß gerade ein dem Auge sichtbarer Zerfall von Zellen vor¬ 
handen zu sein braucht. Gelingt es dem Organismus, derartige 
Stoffe rasch abzubauen und sie so unschädlich zu machen, 
dann treten keine weiteren Störungen auf. Vermag er jedoch 
nicht in dieser Weise zu reagieren, dann entfalten diese Stoffe 
und eventuell ihre höheren Abbauprodukte schwere Erschei-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.