Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über das Vorkommen der Azelainsäure in den Oxydationsprodukten des Keratins
Person:
Lissizin, Th.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37480/2/
Über das Vorkommen der Azelainsäure im Keratin. 227 
mit frischen Portionen von Äther ausgesogen. Nach dem Ver¬ 
dunsten der Ätherauszüge wurde der krystallinische Rückstand 
einige Male aus heißem Wasser umkrystalïisiert, wobei kleine 
Nüdelchen gewonnen wurden. 
Die Substanz war in heißem Wasser leicht, in kaltem 
schwer löslich, in Alkohol und Äther löslich, in Petroleumäther 
unlöslich. Sie war Stickstoff- und aschefrei und schmolz bei 
105°. Ihre wässerige Lösung reagierte sauer und lieferte mit 
Bleizucker einen weißen Niederschlag; nach dem Zusatz von 
Ammoniak und Calciumchlorid entstand ein Niederschlag erst 
beim Kochen. 
I 0,1572 g Substanz gaben beim Verbrennen 0,121« g H,0 und 0,33H6 g CO, 
II °>0897 » » lieferten » * 0,0704 » * » 0.1905 » » * 
Gefunden : 
Berechnet für Cell1604 
I. 
11. 
c 
57,87° o 
57,92 °o 
57,41 °/o 
H 
8,82 °/o 
8,72 °/o 
8,57 °/o 
0 
33,31 °/o 
33,36 °/o 
34,02 «Vo 
Zur Bestimmung der Basizität der isolierten Säure wurde 
die Titrierung mit n/io-Natronlauge und Rosolsäure als Indikator 
ausgeführt. Es wurde zum Neutralisieren von 0,0194 g Sub¬ 
stanz, in wenig heißem Wasser gelöst, 2,00 ccm n/io-NaOH ge¬ 
braucht. Für C7H14(COOH)2 sind 2,02 ccm " io-NaOH berechnet. 
Die Resultate der Elementaranalyse und die Eigenschaften 
der Substanz lassen somit annehmen, daß dieselbe mit der 
Azelainsäure indentisch ist, welche in Blättchen und Nadeln 
krystallisiert, bei 106° schmilzt, durch Bleizucker gefällt wird 
und einen Niederschlag mit Ammoniak und Calciumchlorid erst 
beim Kochen liefert. Da aber die Azelainsäure bekanntlich 
auch bei der Oxydation der Fette und Fettsäuren mit konzen¬ 
trierter Salpetersäure und mit Kaliumpermanganat gebildet wird, 
so konnte dieselbe eventuell auch in diesem Falle nicht als 
Oxydationsprodukt des Keratins selbst, sondern des im Horn 
enthaltenen Fettes entstehen. Um die Frage zu entscheiden, 
wurden der Oxydation entfettete Hornspäne unterzogen. 200 g 
Späne wurden eine längere Zeit in einem Extraktionsapparate 
mit Äther erschöpft; die Ätherauszüge eingedampft und der 
Rückstand nach dem Trocknen gewogen.
        

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