Bauhaus-Universität Weimar

Über die Abspaltung von Kohlensäure aus Eiweißkörpern. 477 
b) Natronkalkröhrchen; 11,1495 g Substanz gäben 0,4934 g 
Kohlensäure, entsprechend 4,43°/o resp; 5,00^/o. • 
c) Kali-Apparat;^ ^ 
Kohlensäure, entsprechend 4,62°/o resp. 5,23*/q. 
d) Kali-Apparat; 17,0179 g Substanz gaben 0,8486 g 
Kohlensäure, entsprechend 4,99 °/o resp. 5,68°/«. 
ej Natronkalkröhrchen ; 19,7550 g Substanz gaben 0,9763 g 
Kohlensäure, entsprechend 4,94 ®/o resp. 5,58 °/o. 
Abgesehen von der Menge der utgespaltenen Kohlen¬ 
säure, die jene der übrigen Eiweißkörper bedeutend übertrifft, 
fällt beim Keratin noch besonders auf, daß mit der Siibstanz- 
menge die prozentische Kohlensäuremenge ansteigt, jedoch, wie 
es scheint, unter sonst gleichbleibenden Umständen nur bis zu 
einem gewissen Grade. Es fragt sich nun, welche Substanz 
diese eigentümliche Erscheinung hervorzurufea vermag. Nun 
existiert eine Angabe von Baumann,1) nach welcher Cystin 
beim Kochen mit Alkalien und Barytwasser, neben Sulfid, 
Ammoniak, Oxalsäure und Uvitinsäure, auch Kohlensäure liefert. 
Darnach erschien es geböten, einen Versuch mit Cystin aus¬ 
zuführen, um seinen Einfluß auf die Kohlensäurezahl kennen 
zu lernen. Das zu diesem Versuche verwendete Cystin war 
aus Keratin dargestellt und zeigte einen Stickstpffgehalt von 
H,41°/o nach Kjeldahl (0,3532 g Substanz banden 28,78 ccm 
n/io-H2SÖ4) gegen den berechneten von 11,66 ®/o. Der Versuch 
wurde in genau derselben Weise ausgefuhrt wie die Eiwei߬ 
versuche, auch was die Menge der Lauge jund die Kochdauer 
anlangt. 0,6553 g Substanz gaben 0,0098 g Kohlensäure. Die 
hier verwendete Menge Cystin würde etwa 10 g Keratin ent¬ 
sprechen; von der gefundenen Gesamtkohlensääremenge kann 
also die vom Cystin gelieferte nur einen kleinen Bruchteil aus- 
machen. Berechnet man auf Grund der gefundenen Kohlen¬ 
säurezahl und unter der Annahme, daß der Cystingehalt des 
Rinderhorns rund 7°/o beträgt* dieseBruchteile für die fünf 
mitgeteilten Hornspaltungsversuche und subtrahiert sie von den 
gefundenen Kohlensäurezahlen, so resultieren für die letzteren 
die Werte in Grammen 0,3981 ; 0,4831; 0,5756; 0*8328 ; 0,9570; 
' - *) B. B., Bd. 15, S. 1731, 1882. ; : ■ * 
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