Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Biochemie der Mikroorganismen. IX. Mitteilung. Über den Nährwert verschiedener Zuckerarten und Aminosäuren für Bacillus prodigiosus
Person:
Franzen, Hartwig F. Egger
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37448/2/
Hartwig Franken und F. Egger. 
bequem durchführen läßt, so können doch bestimmte Fehler 
Hier das Resultat in ganz erheblicher Weise fälschen, nicht 
vermieden werden. Derartige Untersuchungen werden wohl 
immer mit künstlichen Nährböden vorgenommen : nun läßt 
sich aber bei der Herstellung solcher Nährlösungen niemals 
die Bildung erheblicher Niederschläge vermeiden; beim Ab¬ 
filtrieren der Bakterienleiber werden auch die Niederschläge 
mit auf das Filter gelangen und ein viel zu hohes Gewicht 
bedingen. Man könnte nun daran denken, in der Weise zu 
verfahren, daß man in einem besonderen Versuch die Menge 
dieses Niederschlages bestimmt, sein Gewicht von dem Gesamt¬ 
gewicht abzieht und so das wahre Gewicht der Bakterienmasse 
erhält. Aber auch dieses Verfahren ist nicht zulässig, da 
während der Entwicklung der Bakterien ein Teil oder unter 
Umständen auch der ganze Niederschlag gelöst wird; auch 
scheiden sich während der Entwicklung der Bakterien wieder 
wasserunlösliche Körper ab, welche das Resultat ebenfalls 
fälschen ; man wird auf diese Weise niemals einwandfreie Re¬ 
sultate erzielen. Ferner könnte man daran denken, den ge¬ 
samten Niederschlag abzufiltrieren und seinen Stickstoffgehalt 
zu bestimmen, um aus ihm die Zunahme der Bakterienmenge 
zu berechnen; aber auch diese Methode, ist nicht zulässig, 
weil sich in Baklérienkulturen vielfach das in Wasser sehr 
schwer lösliche Ammoniummagnesiumphosphat abscheidet ; bei 
der Stickstoffbestimmung würde sein Stickstoffgehalt ebenfalls 
mitbestimmt und dadurch eine größere Menge Bakterienleiber 
vorgetäuscht werden, als tatsächlich vorhanden ist. Man hat 
sich bei derartigen Untersuchungen mit Bakterien meistens 
auf Schätzungen der Wachstumserscheinungen beschränkt ; aber 
man wird zugeben müssen, daß eine derartige Schätzung eine 
sehr unsichere. Sache ist, denn der eine Beobachter wird als 
üppiges Wachstum ansehen, was dem anderen nur als gutes 
Wachstum erscheint. Auf diese Weise kann man jedenfalls 
nicht zii exakten vergleichbaren Zahlen kommen. 
Wenn es auch gelingen sollte, eine Methode zu finden, 
um die Menge der Bakterienleiber in einer Kulturflüssigkeit 
völlig exakt zu bestimmen, so wird man in der Zunahme des
        

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