Bauhaus-Universität Weimar

Stickstoffretentionen bei Fütterung von Ainmoniumchtorid. Bl 
tige Feststellung gab die Möglichkeit; die Versuchsmethodik 
für den Nachweis einer derartigen Wirkung bei Hunden wesent¬ 
lich zu vereinfachen, da eine Überernährung mit Kohlenhy¬ 
draten nicht mehr unbedingt erforderlieh für das Zustände¬ 
kommen der Stickstofferspamis zu sein scheint 
Der große, kräftige Schäferhund, an dem Versuch Nr, 2 
mit Ammonchlorid ausgeführt wurde, hungerte zunächst 7 Tage, 
vom 8. Versuchstage an wurde er täglich morgens um 8 Uhr 
katheterisiert und die Blase mit warmer 3% iger Borsäure¬ 
lösung ausgespült. Im Anschluß daran bekam er 500 ccm 
warme physiol. Kochsalzlösung durch die Schlundsonde. Auf 
diese Weise gelingt es bei gesunden Tieren mit Sicherheit, die 
im Hunger bei geringer Wasseraufnahme zu leicht eintretenden 
vorübergehenden Retentionen von Stickstoff zu verhindern und 
täglich eine ziemlich gleichmäßige, kräftige Diurese zu erzielen. 
Nachdem die tägliche N-Zersetzung annähernd gleich groß 
geblieben war, erhielt das Tier 5 g Ammonchlorid in Lösung 
(der N-Gehalt .der Lösung war 1,395 g) in 2 Portionen mit je 
250 ccm physiol. Kochsalzlösung durch die Schlundsonde. 
Die Eingabe führte analog wie » beim Menschen sogleich 
zu einer außerordentlich starken Steigerung der Diurese auf 
910—1400ccm gegenüber 390—460ccnr an den Vortagen. Dem¬ 
entsprechend fiel das Körpergewicht in den 2 Tägen um 1650g. 
Der N-Verlust wurde gegenüber der Vorperiode mit —3,57 g 
sowohl wie der Nachperiode mit —3,46 g recht erheblich ge¬ 
ringer, er betrug am 1. Tag —2,855 ; am 2. —2,73g. In den 
beiden ersten Tagen der Nachperiode war die N-Ausscheidung 
annähernd ebenso groß, anscheinend handelte ës sich aber nur 
um eine Retention, denn in den beiden folgenden Tagen wurden 
entsprechend größere N-Mengen entleert. 
Auch in diesem Versuche stieg {vgl. St. 11) die Ammoniak¬ 
menge in der Hauptperiode deutlich an, und biieb auch in der 
Nachperiode nach anfangs steilem Abfall noch leicht erhöht. 
Entsprechend den früheren Resultaten war also auch 
bei diesem Versuch trotz seiner ganz anderen Anlage 
eine deutliche N-Retention durch das Ammonchlorid 
eingetreten. Die Werte waren aber auch diesmal be- 
Hoppe-Seyler’8 Zeitschrift f. phyaiol. Chemie. XC. . \ 6
        

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