Bauhaus-Universität Weimar

StickstofTretentionen bei Fütterung von Ammöniumchiorid. 77 
Perioden ohne Ammoniakzulage zugrunde legen, so würde sich 
sogar eine N-Retention von -f- 0,4 g berechnen. Allerdings 
scheint es mehr als zweifelhaft, ob hier eine derartige Be¬ 
rechnung gestattet ist. Auffallend bleibt immerhin, daß der 
toxische Einfluß des Ammonchlorids in der Nachpeifiode über¬ 
haupt erst zum Vorschein kommt. Dies wird, wenn überhaupt 
wohl nur zum kleinsten Teil durch eine sekundäre Ausschwem¬ 
mung vorher retinierten Ammoniaks erklärt, denn die Ammoniak- 
werte der Nachperiode bleiben dauernd hoch. 
Die Dinge liegen hier offenbar ganz ähnlich wie in den 
Versuchen mit großen toxischen Dosen, von Salpeter, die ich 
mit Wintz1) vor einiger Zeit mitteilte. 
Der große Unterschied der besprochenen Versuche von 
Underhill, und Goldschmidt gegenüber unseren früheren 
Befunden ist darin begründet, daß wir absichtlich unsere Ver¬ 
suchsanordnung so gewählt haben, daß das Ammonchlorid keine 
toxische Wirkung entfalten konnte, denn, es ist selbstverständ¬ 
lich, daß zur Entscheidung der Frage, ob auch mit anorganischen 
Ammoniaksalzen Stickstoffersparnis erzielt werden kann, Ver¬ 
suche, die eine toxische Schädigung erkennen lassen, unbrauch¬ 
bar sind. . : 
^ unseren beiden Versuchen fehlte dieser ‘schädigende 
Einfluß, wie vor allem der Vergleich der Vor- und Nachperroden 
zeigt ; in der ersten Reihe ist der tägliche N-Verlust des Körpers 
nahezu konstant geblieben (0,831 zu 0,847V*) in der zweiten 
von 0,79 auf 0,713) abgesunken. (* 
Da Under hill und Goldschmidt in ganz ähnlicher Weise, 
wenn auch mit viel weniger Kohlenhydraten, ihre Tiere ernährt 
haben und auch annähernd die gleichen Mengen -Ammonium- 
chlorid verfüttern, so erhebt sich die weitere Frage, warum 
in den Versuchen der amerikanischen Autoren das Ammoniak 
‘) Diese Zeitschrift, Bd. 86, S. 283, 1913. 
*) Die in Stab 15 unserer früheren Arbeit berechneten Zahlen be¬ 
rücksichtigen nur die N-Abgabe des Körpers, nicht die Gesamt-N-Bilanz. 
) Hierbei ist der 2. Tag, an dem ein Ihinverlust wahrscheinlich 
w-ar (leider sind im Druck die Fragezeichen, hinter den 1$-Zahlen der 
Reihe fortgelassen worden), nicht mitgerechnet.
        

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