Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bericht über die Leistungen in der Pflanzengeographie während des Jahres 1846
Person:
Grisebach, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37420/1/
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Bericht über die Leistungen in der Pflanzengeo 
graphie #) während des Jahres 1846. 
Von 
Dr. A. Grisebach, 
ordentlichem Professor der Medicin zu Göttingen. 
In dem Pariser naturgeschichtlichen Lexicon hat Adr. vJ 
Jussieu den Artikel über geographische Botanik bearbeitet 
(Dictionnaire universel d’histoire naturelle: Géographie bota¬ 
nique. 32 pag. 8.). 
Einen Vortrag über die Verkeilung der Nahrungspflanzen 
hat E. Meyer gehalten (Königsberger naturwissenschaftliche 
Unterhaltungen. Bd. 1. S. 185—211). 
Hruschauer bestätigt durch chemische Analysen den von 
mir früher ausgesprochenen und auf das Vorkommen der Ge¬ 
wächse begründeten Satz, dass nicht die geognostische For¬ 
mation, sondern die chemische Zusammensetzung des Substrats 
ihre Bodenstetigkeit erkläre ( Liebig’s Annalen Bd. 59. S. 198 
bis 208. Vergl. meine Reise durch Rumelien Bd. 1. S. 163 und 
Jahresb. f. 1841. S. 412). 
Hr. weist nach, dass die Verbreitung gewisser bodensteter Pflan¬ 
zen über mehrere Gebirgsformationen nur eine scheinbare Anomalie 
ist, sofern die erforderlichen Aschenbestandtheile, z. B. Kalk im Ba¬ 
salt, welcher eine sonst kalkstete Pflanze ernährt, an allen Stand¬ 
orten vorhanden sind. Die kalkstete Erica herbacea kommt bei 
Grätz auf glimmerschieferartigem Gneis vor, der nach Hr.’s Analyse 
sich kalkhaltig auswies. Ebenso bestätigt sich der Begriff kalksteter 
d. h. solcher Pflanzen, welche in ihrer Asche eine Menge Kalk be¬ 
sitzen, in den Analysen von Festuca glauca, Sesleria coerulea, Sor- 
bus Arix, Amelanchier vulgaris. Zum Beispiel diene die Aschenana¬ 
lyse der Erica herbacea von beiden Standorten. 
*) Der Bericht über die Leistungen in der systematischen Bota¬ 
nik wird im folgenden Jahrgange nachgeliefert werden.
        

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