Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen der Naturgeschichte der Insecten, Arachniden, Crustaceen und Entomostraceen während des Jahres 1846
Person:
Erichson, W.F.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37416/92/
156 Erichson: Bericht über die wissensch. Leistungen in der 
kürzere Rohre. Die grösseren Arten liefern natürlich auch mehr 
Honig und Wachs. Der Honig der M. fasciata gleicht einem dicken 
grünlichgelben Sirup und ist von sehr angenehmem Geschmack. Ein 
Stock lieferte regelmässig 3 Litres Honig und 1 Kilogr. Wachs. 
Die Menge des Honigs mag im Vergleich zu unseren Bienen gering 
erscheinen, die Verhältnisse in beiden Ländern sind aber auch sehr 
verschieden, denn in Neugranada giebt es keinen eigentlichen Winter, 
für den die Bienen sich zu versorgen hätten, sondern zwei Jahres¬ 
zeiten, wo die Anzahl der blühenden Gewächse geringer ist; kurz 
vor dieser Zeit findet man also die Stöcke auch am reichlichsten 
mit Vorräthen versehen, nämlich im April und Mai, und im October 
und November. — Die Stöcke der Trigonen sind viel weniger ergie¬ 
big, ihr Honig ist spärlicher, dünner, weniger wohlschmeckend, und 
zuweilen, nach Aussage der Landesbewohner, von purgirender Wir¬ 
kung. Auch das Wachs ist schlechter, harziger, schwärzer. — Einige 
Trigonen bauen ihre Stöcke nicht in hohlen Bäumen, Tr. amalthea 
z. B. in alten Erdwänden, Tr. mexicana unter zerfressenen Wurzeln, 
oder in den grossen Haufen von Pflanzenabfall, welche sich in den 
Astwinkeln alter Bäume finden. Vom Schwärmen der Meliponen hat 
der Verf. nie etwas gesehen, noch hatten die Eingebornen Kunde 
davon. 
Lepidoptera. 
Von Herrich - Schäffer’s „Systematische Bearbeitung der 
Schmetterlinge von Europa, als Text, Revision und Supplement zu 
Hiibner’s Sammlung europäischer Schmetterlinge” sind das 13te bis 
20ste Heft erschienen. Auf den in diesen Heften erschienenen 13 
ersten Bogen des 2ten Bandes ist die Bearbeitung der Heteroceriden 
angefangen, in deren Eintheilung der Verf. von seinen Vorgängern 
wesentlich abweicht: Da sich die Eintheilung nur auf der Untersu¬ 
chung europäischer Arten gründet, kann sie natürlich nur als ein 
Versuch erscheinen und wird noch vielfältige Berichtigungen erfah¬ 
ren müssen; es ist aber sehr ehrenwerth, dass trotz dieser Beschrän¬ 
kung der Verf. sich seinen eigenen Weg bahnt. — Die wichtigsten 
Unterscheidungsmerkmale für die Heteroceren unter sich findet der 
Verf. in den Flügelrippen, „während Haftborste, Zunge und Neben¬ 
augen”, sagt der Verf., „bei nächstverwandten Arten bald fehlen, bald 
vorhanden sind, die Palpen, Fühler und Beine bei eben so nah ver¬ 
wandten ungemein abweichend gebildet sind, bleiben die Flügelrippen 
immer beständig und geben sichere Anhaltspuncte, wenn man die 
zufälligeren Abweichungen von den wesentlicheren zu unterscheiden 
gelernt hat. Und auch hier giebt die Natur selbst die sichersten 
Fingerzeige, indem die Verschiedenheiten am Ursprünge der Rippen 
gewiss wesentlicher sind als jene, welche erst gegen den Saum hin 
stattfinden, und deshalb auch früher berücksichtigt werden müssen, 
als die aus ihnen entspringenden Aeste.”
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.