Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bericht über die Leistungen der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1846
Person:
Hartlaub, G.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37415/8/
50 G. Hartlaub: Bericht über die Leistungen in der 
aufs Beste, um Grönlands Fauna gründlich kennen zu lernen. Es 
gelang ihm unter den Einwohnern die Sammellust in dem Grade rege 
zu machen, dass jetzt, wie er sagt, auf der erwähnten ausgedehnten 
Küstenstrecke schwerlich ein Wirbelthier seltnerer Art gefangen wer¬ 
den mögte, welches nicht auf eine oder die andere Weise wissen¬ 
schaftlichen Händen anheimfiele. So konnte den allerdings viel er¬ 
reicht werden. Die Gesammtzahl der von H. für Grönland aufge¬ 
führten Vögelarten beträgt 88. Darunter kommen 14 nur zufällig 
vor, nämlich Alauda cornuta, Loxia leucoptera, Vanellus cristatus, 
Troglodytes palustris, Hirundo americana, Kallus carolinus, Podi- 
ceps cornutus und rulricollis, Puffinus anglorum, Clangula albeola, 
Muscicapa villica Licht., Sylvicola coronata, Icterus frenatus Licht., 
und Gallinula porzana. Dazu kommen noch, wie der Uebersetzer 
der vorliegenden Schrift, Dr. Paulsen, bemerkt, Anthus pratensis 
und Turdus iliacus. Von den übrigen 74 Arten sind von 18 die 
Brütplätze bis jetzt nicht gefunden, so dass 55 als im Lande nistend 
aufzuführen bleiben. Als Grönland eigenthümlich nennt Holböll: 
Corvus corax, var. litt., Linota Hornemanni, Tetrao Reinhardti, 
und Larus brachytarsus H. Von amerikanischen Arten kommen vor : 
Sylvia mexicana ( ? ), Troglodytes palustris, Anthus ludovicianus, 
Alauda cornuta, Fringilla leucophrys, Hirundo americana, Nume- 
nius hudsonicus, Scolopax grisea, Clangula Barr own und albeola, 
Muscicapa villica, Sylvicola coronata und Icterus frenatus. Von den 
noch übrigen Arten gehört der grösste Theil Europa und Amerika 
gemeinschaftlich an. Die eigenthümlich boreale Tendenz der grön¬ 
ländischen Vögel zeigt sich nach H. in dem beständigen Nordwärts¬ 
streben derselben, und namentlich darin, dass ihre Brützone in Grön¬ 
land bedeutend nördlicher als in andern Ländern beginnt. Den Schluss 
des Werkchens bilden recht interessante Bemerkungen Paulsens über 
verschiedene nordische Arten. Wir werden darauf zurückkommen. 
Sir W. Jardine hat angefangen uns mit der Ornitho¬ 
logie der westindischen Insel Tobago bekannt zu machen, 
gestützt auf die Beobachtungen und Sendungen des dort seit 
längerer Zeit ansässigen eifrigen Naturforschers Kirk. 
Der Charakter der dortigen Thierwelt ist, der Lage der Insel 
entsprechend, ein vorherrschend südamerikanischer. Doch kommen 
manche eigenthümliche Arten vor, und unter diesen wieder mehrere, 
welche auch auf dem benachbarten Trinidad anzutreffen sind. (Ann. 
and Mag. 18. p. 114.) 
Eine der hervorragendsten Arbeiten auf dem Gebiete der 
Lokalfaunen, v. Tschudi’s Fauna Peruana, ist zum 
Schluss gekommen. 
Was in der Vorrede zum ornithologischen Theil gegen d’Orbigny 
gesagt wird, scheint uns sehr begründet, weniger so die augenschein-
        

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