Bauhaus-Universität Weimar

feÏBLIOGRAPllï Ë. 
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Tarassoff, F. Zur Pharmakologie von Viburnum prunifolium. Aus Prof. 
Popoff’s pharmakologischem Laboratorium der Universität Charkoff. 
«Medic. Westnik» (russ.). Bd. 1, ,V 21. 1896. 
Um die Wirkung von Viburnum prunifolium zu prüfen, stellte der Autor 
eine Reihe von Versuchen an Kaltblütlern sowohl als an Warmblütlern an. 
indem er sich des trocknen Extracts bediente. Diese Versuche zeigten dass 
Vib. prunif. vor allem lähmend auf die Centra der willkürlichen Bewegungen 
wirkt, augenscheinlich ohne vorhergehende Erregung derselben. In zweiter 
Reihe erfahren eine lähmende Wirkung die reflectorischen Centra des Rückenmarks 
sowie die Endigungen der sensorischen Nerven. Versuche in Bezug auf die 
Wirkung von Viburn. prunif auf die Reflexe bei Hunden, denen 8 Tage ver¬ 
lier das Rückenmark in der Höhe des letzten Brustwirbels durchschnit¬ 
ten worden war, haben gezeigt, dass zuerst die transversen Reflexe, dann 
die Reflexe der gereizten Seite verschwinden, dabei zuerst die sensorischen, 
dann die tactilen, während die Sehnen—Reflexe ziemlich lange fortdauern. 
Bei Kaltblütern übt Viburnum prunifolium in kleinen Dosen gar keine Wir¬ 
kung auf das Herz aus, während es in grösseren die Herzschläge verlang¬ 
samt. Nach Dosen, die als Gift wirken, tritt Verminderung der Herzthätig- 
keit bis zu völligem Stillstand des Herzens ein. Dieselben Erscheinungen wer¬ 
den auch bei Warmblütlern beobachtet. Aus diesen Versuchen schiiesst der 
Autor, dass in pharmakologischen Dosen Viburnum prunifolium auf das Herz 
keine Wirkung am übt. Beobachtungen an dem Uterus nichtträchtiger Kanin¬ 
chen haben gezeigt, dass Dosen, die nicht tätlich wirken, nur eine Vermin¬ 
derung der Stärke und Frequenz der rythmischen Contractionen des Uterus 
bewirken, während nach Einführung tätlicher Dosen des Extracts vollständiges 
Aussetzen derselben beobachtet wurde. 
Der Autor meint, dass die Verordnung von Viburnum prunifolium bei 
drohendem Abortus gerechtfertigt erscheint. 
Kaiantaroff. Z. Zur Pharmakologie des Eucains. Aus Prof. Popoffs phar¬ 
makologischem Laboratorium, Charkoff. 1897). 
Um die Wirkung des Eucains auf den Organismus aufzuhellen, unter¬ 
nahm der Autor eine Reihe von Versuchen an Kaltblütlern sowohl als an 
Warmblütlern. 
Die Versuche an Fröschen zeigten, dass Dosen von 0,002—0,004 Gr., 
nach kurz andauernder Erregung, allgemeine Depression, Schlaffheit der Bewe¬ 
gung und Schwäche der Reflexe liervorrufen. Bei Dosen von 0,005 tritt bald 
Störung der Coordination ein, und werden die freiwilligen Bewegungen schwä¬ 
cher. Dosen von 0,01 rufen völlige Erschlaffung hervor, welcher oft Krämpfe 
vorausgehn, die bei grossen Dosen gewöhnlich erscheinen. 0.018 Gr. müssen 
als absolut tätliche Dosis angesehen werden. Bei Einführung von Eucain, 
in welcher Dosis es auch sei, wird mehr oder weniger scharf ausgesprochene 
Verlangsamung der Herzthätigkeit auf Kosten der Verlängerung der Diastole 
beobachtet. Darnach folgt Störung in der Synchronie der Zusammenziehuu-
        

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