Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimentelle Studien über die Schallleitung [Corr.: Schalleitung] im Schädel
Person:
Frey, Hugo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37398/29/
Experimentelle Studien über die Schallleitung im Schädel. 
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die vollständige Entfernung von Haut und Muskulatur die Ver¬ 
hältnisse allzusehr zu verändern, wurden die Punkte in der¬ 
selben Anordnung, wie sie an dem macerirten Schädel getroffen 
worden war, bezeichnet, und dann an diesen Stellen mit einem 
Locheisen von V2 cm Durchmesser, wie es als Korkbohrer be¬ 
nützt wird, die Weiehtheile durchtrennt und die dadurch ab¬ 
gegrenzte Gewebescheibe, die also Haut, Fascie, Muskel und 
Periost enthielt, abgetragen, so dafs der nackte Knochen zu 
Tage lag. Durch das viel höhere Gewicht, das diesen Schädel 
vor dem früher gebrauchten skelettirten auszeichnete, war er 
auch in seiner Lage bedeutend leichter fixirbar. Die Lagerung 
war im Uebrigen die gleiche wie in der vorhergehenden Ver¬ 
suchsreihe. 
Es wurden im Ganzen 14 Beobachtungsreihen mit wieder 
je 12 Einzelbeobachtungen aufgenommen. Die erhaltenen Zahlen- 
werthe ergeben sich aus der beiliegenden schematischen Tafel. 
Fig. 16, 17, 18, 19, 20. Dieselbe sagt uns Folgendes: 
Die Zahlen sind, absolut genommen, geringer als die am 
macerirten Schädel, ein Ergebnifs, das uns nicht verwundern 
kann, weil die Dämpfung der Weiehtheile einen immerhin be¬ 
deutenden Einflufs auf die Intensität des Schalles nehmen mufs. 
Was jedoch das Verhältnifs der Punktwerthe betrifft, so er¬ 
blicken wir auch hier wiederum eine genügende 
Uebereinstimmung mit den Verhältnissen am mace¬ 
rirten Schädel. Auch hier zeigt sich, dafs die Intensitäten 
in der Umgebung der Stimmgabel respective in der Umgebung 
des Gehörganges die bedeutendsten sind, und dafs mit der Zu¬ 
nahme der Entfernung im Allgemeinen und die Intensität sich 
vermindert. Diese Erscheinung tritt dabei derart zu Tage, dafs 
sich die Zahlen der einzelnen Punkte im Grofsen und Ganzen 
einander mehr nähern als am macerirten Schädel, ein Umstand, 
der vielleicht darauf zurückzuführen ist, dafs eben durch den 
dämpfenden Einflufs der äusseren und inneren Weiehtheile ein 
mehr gleichmäfsiges Schwingen des Schädels bewirkt wird. 
Insbesondere fällt auf der, der Stimmgabel gegenüber liegen¬ 
den Seite der Umstand auf, dafs die Abnahme der Hördauer 
von der 2. zur 3. Querreihe bei Weitem nicht so ausgesprochen 
ist wie in den vorigen Versuchsreihen; im Gegentheile finden 
wir, dafs sogar in der obersten Querreihe stellenweise eine höhere 
Zahl vorkommt, wie in der mittleren.
        

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