Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zweiter Theil: Physiologie der Aufsaugung, Lymphbildung und Assimilation
Person:
Wittich, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37393/68/
322 y. WiTTiCH, Physiol, d. Aufsaugung etc. 5. Cap. Die Lymphgefässe. 
zu besorgen, die Auswurfstoffe den excretorischen Apparaten zuzu¬ 
führen und sie hier abscheiden zu lassen, das nicht verbrauchte Ma¬ 
terial aber dem Blute wieder zuzuführen, wie es im Wesentlichen 
von der Körperlymphe besorgt wird, sondern er führt dem Körper 
neues Material zu, welches das abgenutzte zu ersetzen, ihn selbst 
functionsfähig zu erhalten bestimmt ist. In dieser wesentlichen func¬ 
tioneilen Differenz liegt auch wohl der Grund einer sicher voraus¬ 
zusetzenden chemischen Differenz der Flüssigkeiten. Doch aber bieten 
die anatomischen Anordnungen kaum zu überwindende Schwierig¬ 
keiten, um das Material für eine gesonderte chemische Untersuchung 
vornehmen zu können. Morphologisch sind beide Flüssigkeiten, wie 
bereits früher geschildert, kaum zu trennen; in beiden finden wir 
dieselben Bestandtkeile, die, wie bereits angedeutet, in den verschie¬ 
denen Abschnitten in verschiedener Mächtigkeit vorhanden und, wie 
es scheint, nach dem Durchtritt durch die Lymphfollikel an Menge 
zunehmen. Ausser diesen kernhaltigen Protoplasmen linden wir oft 
noch nicht unerhebliche Mengen farbiger Blutzellen, besonders im 
Ductus tkoracicus, wie auch in den mesenterialen Chylusgefässen, 
deren lymphatischer Inhalt durch sie oft eine bereits makroskopisch 
ersichtliche Rothfärbung zeigt. Dieses Auftreten farbiger Blutbestand- 
theile ist oft nicht durch eine mechanische Beimengung bei der Prä¬ 
paration zu deuten, da man sie selbst nach vorsichtigster Präparation 
und selbst noch zu Zeiten in der ausströmenden Flüssigkeit vorfindet, 
in welchen sie nicht wohl auftreten dürfte, wenn sie durch Unge¬ 
schicklichkeit beigemengt wären, so nach längerem Entströmen der 
Lymphe aus einer eingebundenen Canlile. Dieselben Stomata, welche 
den farblosen Blutzellen den Durchtritt gestatten, lassen auch die 
farbigen durch, besonders unter veränderten Druckverhältnissen, wie 
sie ja bei Eröffnung grosser Lymphgefässe wohl vorauszusetzen sind. 
In den primären Wegen des Chylus (in der Darmschleimhaut) findet 
man ferner wohl auch, besonders während der Fettresorption, fein¬ 
körnige Massen, die wohl von den frisch resorbirten Substanzen her¬ 
rühren.
        

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