Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zweiter Theil: Physiologie der Aufsaugung, Lymphbildung und Assimilation
Person:
Wittich, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37393/23/
Die aufsaugenden Gebilde der Bindebant; des Darmtractus. 
Wirkung zuweilen, wenigstens wenn die Cauterisirung nur oberfläch¬ 
lich erfolgte, hauptsächlich nur die Kittmassen zwischen den Epithel¬ 
zellen geschwärzt, obwohl makroskopisch sichtbar ganze Flecken 
gleichmässig gefärbt erscheinen. Eine Schwierigkeit würde nur die 
vordere (BowMAN’sche) Glasmembran, die keinerlei Durchlässe, son¬ 
dern ein durchweg gleichmässiges Gefüge zeigt, der Ueberfiihrung 
resorbirter Substanzen durch Vermittelung der Kittsubstanz machen. 
Es scheint mir aber mehr als wahrscheinlich, dass hier die Re¬ 
sorption vorwiegend durch die epitheliale Bedeckung der angrenzen¬ 
den Sclera und der Lider, nicht durch die Cornea, erfolgt, aber 
selbst von dem Cornealepithel aufgenommene Substanzen können gar 
wohl zunächst unter Umgehung jener Scheidewand (der Glasmem¬ 
bran) in die sclerale Epithelschicht und von hier in die Saftkanäle 
der Sclerotica übergehen, um so in das Wasser der vorderen Augen- 
kannner zu gerathen, wenn man nicht den ganzen Vorgang, d. h. den 
schnellen Uebergang von in Wasser löslichen Substanzen in die vor¬ 
dere Kammer weniger als eine Filtration als vielmehr als einen 
Diffusionsvorgang deuten will.1 2 Was hier nur gezeigt werden sollte, 
ist, dass anatomisch präformirte Bahnen bestehen, welche unter Um¬ 
ständen als Filtrationswege dienen können. 
Auch die Epithelzellen der Conjunctiva palpebrarum sind unter 
einander durch eine Kittmasse verbunden, die ihrer Löslichkeit in 
(10%) Kochsalzlösung wegen-, wie ja auch die Kittmasse des Epi¬ 
thels des Bulbus aus einer dem Myosin nahe verwandten, d. h. zäh¬ 
flüssigen Substanz besteht, die aber wohl als nachgiebig und für eine 
Filtration permeabel zu betrachten ist. 
III. Die aufsaugeiiden Gebilde des Darmtractus. 
Finden wir somit in allen bisher besprochenen Stellen die ana¬ 
tomisch präformirten Filtrationswege zur Ueberfiihrung von Säften 
und fester Partikel in die Lymph- und Blutbahnen, so erscheinen die 
anatomischen Bedingungen für die Ueberfiihrung von Substanzen im 
Bereich des ganzen Darmtractus noch unendlich viel günstiger. Die 
ganze Oberfläche vom Magen an ist mit einem ungemein zarten, wei¬ 
chen, sehr leicht vernichtbaren Cylinderepithel bedeckt, das nach 
1 Krükowund Leber (Arch. f. Ophthalmologie XX. S. 205. 1879) erweisen die 
endosmotische Durchgängigkeit der Cornea am todten wie lebenden Auge ohne 
Betheiligung der Saftkanälchen (Recklinghausen), wie die Hemmung durch das 
Epithel. 
2 Rollett , Ueber die Hornhaut in Strieker’s Ilandb. der microscop. Anatomie 
S. 1091. — Schweigger-Seydel, Ber. d. säehs. Ges. d. Wiss. 1866. S. 589.
        

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