Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zweiter Theil: Physiologie der Aufsaugung, Lymphbildung und Assimilation
Person:
Wittich, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37393/18/
272 v. Wittich, Physiol, cl. Aufsaugung etc. 2. Cap. Die wirksamen Kräfte. 
während wunderbarer Weise die kleineren Bläschen geschlossen blie¬ 
ben. Schon der Umstand, dass die durchfiltrirte Wassermasse nicht 
eine continuirliche Schicht zwischen Rete Malpighi und Epidermis 
bildete, sondern sich in gesonderten Bläschen sammelte, die nicht 
direct mit einander communicirten, spricht dafür, dass das Filtrat 
bestimmte präformirte Bahnen durch die Cutis und das Rete Mal¬ 
pighi einschlug oder doch an der Stelle sich ansammelte, woselbst 
es den geringsten Widerstand vorfand. Nur einmal habe ich, und 
noch dazu bei sehr viel niedrigerem Druck (ca. 10—13 Cm. Wasser, 
also etwa 1 Cm. Hg)7 blasige oder continuirliche Erhebung der 
Epidermis bei einer Grösse der Scheidewand von 3,5 Cm. gesehen, 
aber erst nach mehrfachem Gebrauch der Membran zu den verschie¬ 
densten Diffusionsversuchen, und nachdem ich den ganzen Apparat, 
d. h. den durch die Haut abgeschlossenen Cylinder, mit Wasser ge¬ 
füllt hatte, um ihn auszuspülen und ihn so stehen liess. Etwa nach 
zwei Tagen (wohl mochte die Zersetzung daran Schuld sein), fand 
ich die Epidermis wie eine grosse, dicke, mit milchiger Flüssigkeit 
gefüllte Blase; jene bestand nur aus zeitigem Detritus und wohl er¬ 
haltenen Zellen der tieferen Schichten, die von einander gelockert 
waren ; die vorsichtig abgenommene Epidermis filtrirte bei massigem 
Wasserdruck absolut nicht, obwohl das Mikroskop grosse Mengen 
von Schweissdrüsenöffnungen zeigte. Der pfropfenzieherförmige Ver¬ 
lauf ihrer Ausführungsgänge mochte jedoch die Filtration durch diese 
unzweifelhaften Poren verhindert haben. Wohl aber diffundirte Koch¬ 
salz wie Schwefelcyankalium durch dieselbe, als ich einen Glascylin- 
der von etwa 1,5 Cm. Durchmesser mit der isolirten Epidermis ver¬ 
schloss und mit der fraglichen Lösung gefüllt in Wasser oder Eisen¬ 
chloridlösung stellte. 
Wurde durch die ganze Haut (Cutis und Epidermis) nach sorg¬ 
fältigstem Abpräpariren des Panniculus adiposus der Glascylinder ge¬ 
schlossen, so diffundirte in den ersten vierundzwanzig Stunden kaum 
eine Spur von CI Na in destillirtes Wasser ; zwar trübte sich letzteres 
ein wenig bei Zusatz von Argent, nitric., aber das bis zur Trockne 
^ungedämpfte Wasser zeigte keine Spuren der sonst so charakteri¬ 
stischen Kochsalzkrystalle, wohl aber nicht unbeträchtliche kleine 
Krystalldrusen, deren Natur ich nicht zu bestimmen im Stande war 
und die, in Aether unlöslich, sich nicht als Fettsäuren dokumentirten. 
Die Gesammtflüssigkeit eines Diffusionsversuches (Aqua destillata) 
wurde nach vierundzwanzigstiindiger Diffusion eingedampft und der 
Rückstand verbrannt; er kohlte hierbei deutlich, roch aber nicht nach 
gebrannten Albuminaten. Der geringe Aschenrückstand löste sich in
        

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