Bauhaus-Universität Weimar

512 Drechsel, Chemie der Absonderungen und der Gewebe. 3. Cap. Der Harn. 
vorhanden, die letzte nur in Spuren (BaumannPreusse1 2 3). Das 
kresolsehwefelsaure Kali gleicht ganz dem phenolschwefelsauren Salz 
und kann wie dieses synthetisch dargestellt werden; bei 150—160 " 
geht es in ein kresolsulfosaures Salz (C&H3 \OH][CHs] • SO2 • OK) 
über, welches sich mit Eisenchlorid intensiv bläut. Die drei isomeren 
Kresole verhalten sich bei der Einführung in den Organismus ver¬ 
schieden (s. 0. die Tabelle). 
C) Dioxybenzolschwefelsäuren. 
Die drei isomeren Dioxybenzole vermögen sämmtlich Aether- 
schwefelsäuren zu erzeugen, und zwar theoretisch jedes zwei: 
Cx,H\ 
OH 
0 ■ SO-i • OH 
Monäthersäure, und 
C\3 Ha 
0 ■ SO, • OH 
0 • SO2 • OH 
Diäthersäure. 
a) Resorcinschwefelsäuren. Man trägt nach Baumann 
20 Th. Resorcin in eine Lösung von 20 Th. Kalihydrat in 25 Th. 
Wasser, lässt etwas erkalten, fügt allmählich 45 Th. pyroschwefel- 
saures Kali hinzu und lässt unter häutigem Umschütteln ca. 6 Stun¬ 
den lang stehen. Dann wird das Ganze mit 2 Vol. 90 ° o Alkohol 
extrahirt; das Filtrat mit dem gleichen Volum absoluten Alkohols 
versetzt lässt nach einiger Zeit das diätherschwefelsaure Salz aus- 
krystallisiren, welches durch Lösen in Wasser, Entfärben mit Blei¬ 
zucker, Entbleien des Filtrats mit Schwefelwasserstoff, Eindampfen 
und Fällen mit Alkohol gereinigt wird; die ursprüngliche Mutterlauge 
des rohen Salzes enthält das monätherschwefelsaure Salz, welches 
durch annäherndes Neutralisiren der Flüssigkeit, Eindampfen, und 
Umkrystallisiren der erhaltenen Krystalle aus kochendem Alkohol 
gereinigt wird. 
Das resorcindiätherschwefelsaure Kali: 
Q\H\(0 ■ SO2 ■ OK)-i 
krystallisirt wasserfrei in farblosen feinen Nadeln, die in Wasser 
leicht, in Alkohol nicht löslich sind; mit Eisenchlorid geben sie 
keine Färbung, durch Erhitzen auf 160° werden sie in ein resorcin- 
sulfosaures Salz umgewandelt. Dieses Salz findet sich nach Eingabe 
von 2—3 g Resorcin im Hundeharn. 
1 Baumann, Ber. d. deutsch, chem. Ges. IX. S. 1389 u. 1715. 
2 Preusse, Ztschr. f. physiol. Chemie. II. S. 355. 
3 Baumann, Ztschr. f. physiol. Chemie. II. S. 333.
        

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