Bauhaus-Universität Weimar

Capryl-, Caprin-, Laurin-, Myristin-, Palmitinsäure. 
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D) Capryl- und Caprinsäure. 
Normale Caprylsäure: C7//15 ■ CO ■ OH und normale Caprin¬ 
säure: CvHiç) - CO ‘ OH finden sich in geringer Menge als Glyceride 
in der Kuhbutter; erstere krystallisirt in Blättern, schmilzt bei -j-16°.5, 
siedet bei *236 — 237°, ist selbst in siedendem Wasser sehr schwer 
löslich (1 :400) ; letztere bildet feine Nadeln, schmilzt bei 30°, siedet 
bei 26S—270°, ist auch in kochendem Wasser äusserst schwer lös¬ 
lich.1 Die Glyceride sind in reinem Zustande nicht bekannt. 
E) Laurinsäure und Myristinsäure. 
Laurinsäure: CuL/23 • CO ■ OH und 
Myristinsäure C13LC7 - CO - OH finden sich nach Heintz'2 als 
Cetyläther im Wallrath. Erstere krystallisirt in Nadeln, schmilzt bei 
43.6°, ist nicht unzersetzt flüchtig; letztere bildet Blättchen, welche 
bei 53.S° schmelzen. 
F) Palmitinsäure: C15H31 • CO - OH. 
Die Palmitinsäure findet sich in allen Fetten; gewöhnlich als 
Glvcerid, neben denen der Stearinsäure und Oelsäure, bisweilen als 
Cetyläther (Wallrath) und Myricyläther (Bienenwachs). Bei der Ver¬ 
seifung der Fette erhält man sie deshalb meist mit Stearinsäure und 
Oelsäure gemengt, von denen sie nur durch ein langwieriges Ver¬ 
fahren völlig befreit werden kann. Die Oelsäure lässt sich durch 
Ausziehen der gemengten Bleisalze mit Aether, in welchem nur das 
ölsaure Salz löslich ist, entfernen; Palmitinsäure und Stearinsäure 
werden sodann durch fractionirte Fällung ihrer alkoholischen Lösung 
mit essigsaurem Baryt oder Magnesia getrennt (Heintz 3). 
Die reine Palmitinsäure bildet schuppige Krystalle, welche 
bei 62° schmelzen und grösstentheils unzersetzt destilliren. 
Das Glycerid, Tripalmitin: C3Ih(CieHn 0-2)3, ist krystalli- 
nisch, schmilzt bei 61.5°; in Weingeist ist es fast ganz unlöslich, 
auch in kochendem, absolutem Alkohol nur wenig, sehr leicht in 
Aether. 
Der Cetyläther: Ci6^/33 • CteH\0^) bildet den Hauptbestand¬ 
teil des Wallrathes, krystallisirt in schönen Blättern, schmilzt bei 
53,5° (Heintz). 
Der Myricyläther: CsoHtn • CiqHüi O2, bildet den in Alkohol 
1 Beilstein. Handb. d. org. Chemie. S. 204 u. 205. 
2 Heintz, Ann. d. Chemie u. Pharm. XCII. S. 291. 
3 Derselbe, Journ. f. pract. Chemie. LXVI. S. 1.
        

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