Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Erster Theil: Physiologie der Absonderungsvorgänge
Person:
Heidenhain, R. B. Luchsinger
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37391/412/
412 Heidexhain, Physiol, d. Absonderungsvorgänge. Schlussbemerkungen. 
andern wirkt der secretoriscke Apparat automatisch (Leber, Niere), 
wobei freilich dahin gestellt bleiben muss, ob die Automatic auf in¬ 
traglanduläre nervöse Vorrichtungen oder auf die Secretionszellen 
selbst zu beziehen sei. Wahrscheinlich ist die erstere Annahme nicht, 
am allerwenigsten nothwendig, wie die seit Darwin genauer studirten 
pflanzlichen Absonderungsvorgänge lehren. 
3. Innerhalb gewisser, für verschiedne Drüsen verschieden weit 
gesteckter, Grenzen steigt und sinkt die Leistung der Secretionskraft 
mit der Blutmenge, welche in der Zeiteinheit an den Drüsenzellen 
vorüberströmt. 
In ausgeprägtester Weise tritt diese Abhängigkeit bei der Niere 
hervor, bei welcher jede Beschleunigung oder Verlangsamung des 
Blutstromes entsprechende Aenderungen der Wasserabsonderung her¬ 
beiführt. Auffallend genug macht sich dasselbe Verhältniss auch 
noch bei der Leber geltend, am wenigsten auffallend bei den Speichel¬ 
drüsen. Doch ist auch hier baldige Erlahmung der Thätigkeit un¬ 
verkennbar, wenn die Blutdurchfuhr unter eine gewisse Grenze sinkt. 
In diesem Verhältnisse liegt der teleologische Sinn der Einrich¬ 
tung, dass überall während der Thätigkeit der Drüsen ihre Gefässe 
— unter der Einwirkung vasodilatatoriscker Nerven — sich hocli- 
o’radie; erweitern. Es sollen die Zellen während der Absonderung 
o o 
unter möglichst günstige Bedingungen ihrer Function gesetzt werden, 
durch möglichst reichliche Versorgung mit Absonderungs- und Er¬ 
nährungsmaterial, wie mit dem unentbehrlichen Sauerstoff. 
Vorübergehende Unterbrechung des Blutstromes hat für alle 
Drüsen vorübergehende Störung der Absonderungsfähigkeit ihrer 
Zellen zur Folge, welche bei Wiederherstellung des Kreislaufes sich 
erst allmählich wieder ausgleicht. 
4. In der Kegel ist mit der Drüsenthätigkeit lebhafte Bildung 
von Kohlensäure verbunden, wie der reiche Kohlensäuregehalt der 
Secrete (Speichel, Galle, Pankreassaft u. s. f.) lehrt, welcher weit 
über den des Blutes hinausgeht. Fraglich muss es freilich bleiben, 
ob die Kohlensäurebildung durch diejenigen Vorgänge bedingt ist, 
welche die Wasserabsonderung einleiten, oder durch die chemischen 
Processe innerhalb der Drüsenzellen, welche die Bildung der Ab- 
sonderungsproducte und das Wachsthum des Protoplasma’s begleiten. 
5. Der gleiche Zweifel gilt in Bezug auf die während der Ab¬ 
sonderung eintretende Wärmebildung, welche durch den Vergleich 
der Temperatur des zufliessenden Blutes und der dem Organ ent¬ 
strömenden Flüssigkeiten (Venenblut, Secret) nach gewiesen wird. 
(vgl. Abschnitt VIII) sind Erfah- 
6. Bezüglich gewisser Drüsen
        

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