Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Erster Theil: Physiologie der Absonderungsvorgänge
Person:
Heidenhain, R. B. Luchsinger
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37391/382/
382 Heidenhain, Physiol, d. Absonderungsvorgänge. T. Abschn. Milchabsonderung. 
die Alveolarwand ungemein stark abgeflackt. Auf einem durch die 
Mitte der Alveolen geführten Querschnitte (Fig. 84 a u. b) erscheint die 
Lage derselben als schmaler Protoplasmasaum, die Gestalt der Kerne 
spindelförmig. Die Zellgrenzen sind kaum sichtbar. Liegt dagegen 
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Fig. 84. a, b. Durchschnitt durcii die Mitte zweier Alveolen der Milchdrüse des Hundes. hpithel- 
zellen im Profil, c Flächenansicht des Epithels. Drüse in dem ersten im Texte beschriebenen 
Zustande. 
die Fläche der Alveolarwand in der Schnittebene (Fig. 84 c), so zeigen 
die Zellen polygonale Begrenzungen und runde Kerne. Die Com¬ 
bination beider Bilder ergiebt, dass die Zellen sehr flache polygonale 
Platten mit kreisrunden platten Kernen darstellen. In dem Zellen¬ 
leibe sind immer einige grössere und kleinere kreisrunde Lücken 
bemerklich. Sie entsprechen eingelagerten, durch die Behandlung 
mit Terpenthinöl und Canadabalsam gelösten Fetttropfen. An aus 
33 procentiger Kalilauge, oder Ban vier’sch em Alcohol isolirten Zellen 
sieht man die Fetttropfen selbst innerhalb der Zelle. — 
Im Innern der Alveolen liegen eingebettet in körnige Casein¬ 
gerinnsel, ausser zahlreichen freien Fetttropfen andre, welche die 
oben in Fig. 81 abgebildeten kappenförmigen, an mit Bismarkbraun 
behandelten Präparaten sich lebhaft tingirenden und deshalb scharf 
hervortretenden Anhänge tragen, ausserdem hier und da eine helle, 
mattgranulirte, kernhaltige Zelle. 
2. Ein Bild von ganz und gar verändertem Charakter ist das 
folgende, welches ich nach Präparaten von einer Hündin in seiner 
höchsten Ausbildung beschreibe: Alle Zellen stellen mehr oder we¬ 
niger hohe Gebilde dar, die der Alveolarwand bald mit breiter Basis 
aufsitzen, bald sich nach Aussen hin verschmälern, so dass sie mit 
der Wandung nur durch einen schmalen Fortsatz zusammen hängen. 
Häufig liegt in dem Cylinder nicht blos ein einzelner runder oder 
ovaler Kern, sondern 2—3 Kerne hinter einander. In dem freien, 
dem Lumen zugekehrten Ende der Zellen sind oft Fetttropfen be¬ 
findlich, von der Lichtung der Alveole nur durch eine schmale Sub¬ 
stanzbrücke getrennt oder selbst mit der Hälfte ihres Umfanges noch
        

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