Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Erster Theil: Physiologie der Absonderungsvorgänge
Person:
Heidenhain, R. B. Luchsinger
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37391/241/
Pfortader- und Lebervenenblut. 
241 
III. Welche Bluthestandtheile liefern das Material für die 
(xallenahsonderiing. 
1. Vergleichende Untersuchungen des Pfortader- und des 
Lebervenenblutes. 
Ueber die Frage, welches Blutgefäss die Gallenabsondenmg 
unterhalte, hinausgehend, hat man den Versuch gemacht, zu ermitteln, 
welche Bestandtheile des Blutes in der Leber für die Bildung des 
Secretes verwerthet werden. Eine Beantwortung, so scheint es beim 
ersten Anblicke, würde gegeben sein, wenn es gelänge, die Menge 
und Zusammensetzung der in der Zeiteinheit der Leber zuströmenden 
und sie verlassenden Flüssigkeiten, also des Pfortader- und Arterien- 
blutes einerseits, des Venenblutes und der Lymphe andrerseits, quan¬ 
titativ zu bestimmen. Das Deficit an Substanzen, welches letztere 
Flüssigkeiten gegenüber den ersteren aufweisen, muss in der Leber 
verschwunden, also zur Bildung ihres Secretes verwandt worden sein, 
wenn man annehmen darf, dass die chemische Zusammensetzung 
des Organes selbst für die Zeit der Untersuchung constant geblie¬ 
ben ist. 
Die Ausführung eines derartigen Untersuchungsplanes stösst auf 
unüberwindliche Schwierigkeiten. Eine Annäherung an denselben 
ist gesucht worden, indem man die quantitative Zusammensetzung 
des Pfortader- und des Lebervenenblutes verglich, von der Voraus¬ 
setzung ausgehend, dass das Arterienblut und die Lymphe ihrer 
Menge nach gegen das Pfortader- und Lebervenenblut hinreichend 
zurückträten, um durch ihre Vernachlässigung das analytische Bild 
der chemischen Stoffbewegung in den durch die Leber strömenden 
Flüssigkeiten nicht wesentlich zu trüben. 
Ueberlegt man aber, dass die Leberarterie allein genug Blut lie¬ 
fert, um die Gallenabsonderung, wenn auch in verlangsamtem Tempo, 
zu unterhalten, so wird die Berechtigung der obigen Voraussetzung 
doch in hohem Grade zweifelhaft. 
Immerhin würde mit einer genauen vergleichenden Analyse des 
Pfortader- und Lebervenenblutes, welche sich auf die einzelnen Be¬ 
standtheile des Plasmas und der Körperchen erstreckte, doch der 
Anfang einer Kenntniss der chemischen Oeconomie in der Leber 
gegeben sein, — wenn anders wir eine solche Analyse besässen oder 
mit erforderlicher Genauigkeit zu beschaffen Aussicht hätten. Die 
meisten der vorhandenen Analysen beruhen noch auf der Annähe- 
Hundbueli der Physiologie. Bd. V. 16
        

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