Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Erster Theil: Physiologie der Absonderungsvorgänge
Person:
Heidenhain, R. B. Luchsinger
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37391/192/
192 Heidenhain, Physiol, d. Absonderungsvorgänge. 4. Abschn. Bauchspeicheldrüse. 
Alle drei Fermente also erreichen um die 6. Stunde oder etwas 
später ihr Minimum, steigen dann gemeinschaftlich bis zur 14.—16. 
Stunde an. Von da ab treten nur geringe Aenderungen ein, und 
zwar beim diastatischen Fermente in negativem, beim Fettfermente 
noch in positivem Sinne, während beim Albuminatfermente der Ge¬ 
halt längere Zeit merklich constant bleibt. Es ist sehr wahrschein¬ 
lich, dass die geringen Abweichungen der Fermente unter einander 
in den letzten Stunden während und in den ersten Stunden nach der 
Verdauung nur scheinbare sind und auf der verschiedenen Schärfe 
der Untersuchungsmethoden beruhen. 
Um den Gehalt der Glycerinextracte verschiedener Drüsen an dia- 
statischem Ferment zu vergleichen, brachte Grützner gleiche Volumina von 
3 — 4procentigem Stärkekleister, welcher durch Filtrirpapier ohne Wei¬ 
teres nicht hindurchgeht, auf gleich grosse Filtra und setzte zu jeder Por¬ 
tion 0,2—0,3 Ccm. des Glycerinextractes. Durch die Einwirkung des 
Fermentes wird die Stärke verflüssigt und filtrirt ab, um so schneller, 
je mehr Ferment vorhanden ist. Die in gleichen Zeiten filtrirenden Mengen 
geben einen Schätzungsmaassstab für den Fermentgehalt der verschiede¬ 
nen Extracte. 
Behufs Gewinnung des Fettfermentes aus der Drüse ist die Extrac¬ 
tion mit schwach alkalisch gemachtem Glycerin (9 Th. Glycerin, 1 Th. 
einprocentige Sodalösung) vorzunehmen, da die gewöhnlichen Glycerin- 
Extracte leicht nach einigen Tagen sauer werden und damit das Fett¬ 
ferment schwindet. Zur Prüfung der Extracte wird neutrale Lakmus-Lö- 
sung in Probirgläsehen von etwa 1 Cm. Durchmesser bei solcher Verdün¬ 
nung vor einem Schirme weissen Papiers aufgestellt, dass die Flüssigkeit 
einen in allen Gläschen gleichen veilchenblauen Ton annimmt. Darauf 
werden gleiche Mengen der verschiedenen Glycerin-Extracte und einige 
Tropfen neutraler Mandel-Emulsion (Ol. amygdal. 10,0, Gummi arab. 5,0, 
Aqua dest. 35,0) hinzugethan. Die Schnelligkeit und der Grad der Rö- 
thung der Gemische geben Aufschluss über ihren verschiedenen Gehalt 
an Fettferment. 
VIERTES CAPITEL. 
Die einzelnen Absonderungsbedingungen. 
I. Der Absonderuiigsdruck. 
Nach Messungen von A. Henry und P. Wollhelm1 beträgt bei 
Kaninchen der höchste Druckwerth, welcher in einem in den Pan¬ 
kreasgang gesetzten Manometer erreicht wird. 219—225 Mm. A\ asser- 
I A. Henry 
    

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