Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Erster Theil: Physiologie der Absonderungsvorgänge
Person:
Heidenhain, R. B. Luchsinger
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37391/156/
156 Heidenhain, Physiologie der Absonderungsvorgänge. 2. Abschn. Der Hagen. 
Hingen, theils auf nicht zutreffenden Deutungen an sich richtiger Beob¬ 
achtungen. Will man aus derselben den ganz allgemeinen Satz ableiten, 
dass die Art der Ingesta auf den Absonderungsvorgang von bestimmen¬ 
dem Einfluss sei, so lässt sich diese Behauptung mit Rücksicht auf die 
bei Besprechung der Absonderungsbedingungen mitgetheilten Thatsachen 
rechtfertigen. 
VIERTES CAPITEL. 
Verhalten des Magensaftes während des Ablaufes 
einer Verdauungsperiode. 
I. Aenderung des Pepsingelialtes. 
Für die Analyse des Absonderungsvorganges liefert die Verfol¬ 
gung des Secretes in den verschiedenen Perioden der Drüsenthätig- 
keit werthvolle Anhaltspunkte. Eine derartige Untersuchung ist von 
Grützner 1 bezüglich des gemischten Magensaftes, von mir1 2 bezüg¬ 
lich des reinen Fundussecretes angestellt worden. 
Der Pepsingehalt des gemischten Magensaftes sinkt, wenn die 
Fütterung geschieht, nachdem der Magen sich bereits einige Zeit 
vollständig entleert hat, in den ersten Verdauungsstunden bis gegen 
die vierte bis sechste Stunde, um gegen die sechste bis siebente 
Stunde wieder zu steigen, für gewöhnlich nicht so weit, dass der 
Anfangswerth erreicht würde, jedoch mitunter, namentlich nach lan¬ 
gem Plungern, auch über diesen hinaus. Werden dagegen in den 
noch nicht völlig oder doch erst seit kurzer Zeit entleerten Magen 
neue Speisen eingeführt, so findet ein Wiederansteigen des Pepsin¬ 
gehaltes in den spätem Verdauungsstunden nicht statt. Die Ursache 
der Steigerung in dem ersten Falle suchte Grützner in der um die 
sechste bis siebente Stunde beginnenden Absonderungsthätigkeit der 
Pylorusdrüsen. Doch können die letzteren jedenfalls nicht allein dazu 
beitragen, denn das Secret eines isolirten Fundusblindsackes zeigt 
nach meinen Erfahrungen ein ganz ähnliches Verhalten. 
Sein Pepsingehalt sinkt mit beginnender Absonderung schnell, 
erreicht während der zweiten Stunde den geringsten Werth, steigt 
dann gegen die vierte bis fünfte Stunde, und zwar stets über die 
1 P. Grützner, Heue Untersuchungen über Bildung und Ausscheidung des 
Pepsin. Breslau 1875. 
2 R. Heidenhain, Arch. f. d. ges. Physiol. XIX. S. 159. 1878.
        

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