Bauhaus-Universität Weimar

2. Cap. Die Eigenwärme. Eigenwärme des Menschen. 
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Die Durchschnittstemperatur.....= 42,118 
Durchschnitt beim männlichen Geschlecht = 41,962 
„ „ weiblichen „ = 42,273 
Die Maxima und Minima waren 
bei den männlichen 42,47 und 40,97 
„ „ weiblichen 43,90 „ 40,90 
Die Durchmusterung dieser Zahlen und vieler anderer, welche 
besonders an den häufig zu physiologischen Zwecken benutzten Thie- 
ren, Hunden, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen von den verschie¬ 
densten Beobachtern mitgetheilt worden sind, lässt kein allgemeines 
Gesetz erkennen. Auch stimmen die für dasselbe Thier gegebenen 
Zahlen keineswegs unter einander überein. Dies liegt, abgesehen 
von Verschiedenheiten der Thermometer oder in der Art der Ein¬ 
führung derselben vorzugsweise daran, dass die Eigenwärme, beson¬ 
ders kleinerer Thiere, durchaus nicht so constant ist, wie es nach 
den früher gangbaren Anschauungen vorausgesetzt wurde, sondern 
erhebliche Schwankungen zeigen kann, worauf wir bei der Lehre 
von der Wärmeregulirung zurückkommen werden. Nimmt man dar¬ 
auf Rücksicht, so kann man neben dem schon erwähnten Satz, dass 
Vögel im Allgemeinen eine höhere Eigenwärme haben, noch als eine 
allgemeine Regel aufstellen, dass kleinere Thiere meistens eine höhere 
Eigenwärme haben als grosse. 
III. Eigenwärme des Menschen. 
So zahlreich auch die Temperaturbeobachtungen an Menschen 
sind, so ist doch eine ganz genaue Angabe der normalen Eigen¬ 
wärme kaum möglich. Erstens ist der allergrösste Theil der Beob¬ 
achtungen nicht an gesunden Menschen gemacht worden. Zweitens 
stimmen die Beobachtungen unter einander nicht genügend über¬ 
ein, theils wegen der verschiedenen, zur Messung benutzten Oertlich- 
keiten, theils wegen kleiner Unterschiede der Thermometer. End¬ 
lich aber ist auch für den Menschen eine gewisse, allerdings in 
ziemlich enge Grenzen eingeschlossene Breite der Schwankungen 
nicht ausgeschlossen, da die Eigenwärme desselben durch allerlei 
Umstände beeinflusst wird. 
Boerhave’s Angabe, dass die Eigenwärme 33°,3—34,4 betrage, 
muss unbedingt als zu niedrig angesehen werden. Richtiger ist schon 
die von Martine1, welcher sie zu 36,1 — 36,7 ansetzt. Hunter'2 gibt 
1 Martine, Essays medical an philosophical 1740. p. 335. 
2 Hunter, Principles of surgery. Works of John Hunter. Ed. by J. F. Palmer. 
Yol. I. p. 280. Die Principles of surgery sind nicht von Hunter selbst redigirt. son¬ 
dera nach einem Collegienheft herausgegeben.
        

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