Bauhaus-Universität Weimar

262 
Paul Kostosky. 
sitätsverhältnisse ihrer beiderseitigen Faktoren bestimmend, so 
muss natürlich auch ein Wechsel dieser eine Veränderung jener 
bedingen. Der nächste Versuch, der jene Bedingung durch die 
alternierende Intensitätsschwankung beider Erregungen erfüllt, 
bestätigt ja auch diese Folgerung. Dass dieselbe Erscheinung 
des Wanderns auch bei ganz langsamen Schwebungen auftritt, 
kann uns, wenn wir bedenken, dass jeder der beiden Töne auf 
verschieden langen Wegen beide Ohren erreicht, wo er mit dem 
anderen interferiert, ebenfalls nicht wunder nehmen; denn da¬ 
durch, dass hier auf der einen Seite der höhere Ton dem 
tieferen, auf der anderen der tiefere dem höheren in der Phase 
voraus ist, müssen die auf beiden Seiten entstehenden Schwe¬ 
bungen, wie eine leichte Überlegung zeigt, eine Abweichung vom 
Synchronismus aufweisen. Die geringe Qualitätsverschiedenheit 
beider Heize hat hier nicht viel zu sagen, sie könnte wohl nur 
eine geringe Verbreiterung der Lokalisation hervorrufen. Denn 
erst bei viel höheren Schwebungsfrequenzen sind, wie wir oben 
gesehen haben, die einzelnen Verhältniswerte der Erregungs¬ 
intensitäten korrespondierender Nervenelemente so verschieden, 
dass die Lokalisation eine merkliche Spaltung zeigt. Jede der 
beiden Lokalisationen müsste hiernach natürlich immer noch 
ein obschon vielleicht weniger ausgedehntes Wandern erkennen 
lassen, wenn dasselbe sich hier nicht schon hei weitem zu 
schnell vollzöge, um noch in seinen einzelnen Stadien verfolgt 
werden zu können. Anstatt der wandernden stellen sich hier 
eben wohl etwas unruhige oder unbestimmte Durchschnitts- 
Lokalisationen ein. Dass die doppelseitige Lokalisation der 
Intensitätsschwankungen, wie sie Schaefer bei gleichen Tönen 
durch schnelle alternierende Stärkeänderungen erzielte, und die 
wohl eine Folge davon ist, dass während des Wechsels die seit¬ 
lich lokalisierten Tonempfindungen die übrigen sowohl an Dauer 
wie an Stärke Ubertrafen, durchaus kein Analogon zu der
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.