Bauhaus-Universität Weimar

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Paul Rostosky. 
einheitlichen interauralen Lokalisation bei Stumpf und wohl 
auch in den 2,2^ der Körting’schen Fälle erklärt sich bei 
dieser Auffassung leicbt aus dem Bestehen einer Diplakusis, 
welche für das Intensitätsverhältnis jener Faktoren der Lokali¬ 
sation wohl dasselbe bedeutet, wie in normalen Fällen eine 
qualitativ verschiedene Reizung beider Ohren*). 
In einer weiteren Arbeit bestätigt Schaefer24) (1890) zu¬ 
nächst die besonders von Urbantschitscli beobachteten indi¬ 
viduellen Eigentümlichkeiten der diotisclien Lokalisation bei 
qualitativ und intensiv gleicher Erregung beider Gehörorgane. 
Ferner hat Schaefer die Abhängigkeit der interauralen Lokali¬ 
sation vom Intensitätsverhältnis der beiderseitigen Erregungen 
untersucht und gefunden, dass sich auch bei sehr beträchtlichem 
Intensitätsunterschiede der letzteren eine solche Lokalisation 
namentlich durch unmittelbare Vergleichung mit der rein late¬ 
ralen leicht nachweisen lasse, wenn auch im übrigen die Wahr¬ 
nehmung einer Ortsveränderung weniger präcis sei, als diejenige 
der sie bedingenden Intensitätsänderung des einen Reizes. Be¬ 
wegte er zwei gleichgestimmte vor die Ohren verteilte Gabeln 
a tempo nach rechts und links, so wurde bei schneller Bewegung, 
wo man dem Alternieren nicht folgen konnte, ein Schweben 
der Tonempfindung in beiden Ohren, bei langsamer jedoch ein 
*) Vielleicht hat auch die im zweiten Teile des ersten Abschnitts 
behandelte Verstärkung von Ohr zu Ohr die Erregung korrespondierender 
Nervenendigungen zur Voraussetzung; wenigstens hat Stumpf auch von 
dieser Erscheinung, welche normaler Weise mit jener die qualitativ 
gleiche Reizung beider Ohren als ihre günstigste Bedingung gemein hat, 
nichts beobachten können. Darüber, wo diese Nervenendigungen liegen. 
(Endigungen, weil hier doch eine neue Verteilung der Erregungen auf 
die verschiedenen Bahnen erfolgt), lassen sich nur Vermutungen aus- 
sprechen. Eine eventuelle Diplakusis muss aber auf die Verteilung von 
Einfluss sein; auf die Interferenzvorgänge hat sie keinen, weshalb letztere 
vor diesem Orte statthaben müssen.
        

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