Bauhaus-Universität Weimar

Über funktionell^ Beziehungen beider Gehörorgane. 255 
durch den Verschluss der Ohren in diesen nicht noch besonders 
verstärkt, auch dort gehört. Ebenso wie die einfachen Töne 
wurden auch die Schwebungen zweier rechts und links oder 
mitten auf den Kopf gesetzter Gabeln in der Medianebene gehört. 
Nach einer weiteren Mitteilung von. Urbantschitsch81) 
(1832) haben auch solche subjektive Intensitätsschwankungen 
von Gehörsempfindungen, die weder mit den Erscheinungen der 
Ermüdung noch mit denen des An- und Abklingens zu ver¬ 
wechseln sind, Einfluss auf die Lokalisation eines diotisch ge¬ 
hörten Tones. Solche Intensitätsschwankungen, welche den 
akustischen Sinnesempfindungen, wohl selbst eigentümlich sind, 
erschienen nämlich ganz regellos und zwar auch dann, wenn, 
um Verwechselungen und Störungen zu vermeiden, die Dauer 
der Reizeinwirkung nicht zu lang und immer gleich genommen, 
und nach jedem Versuche eine Pause von mehreren Sekunden 
eingeschaltet wurde; bei gleich starker Zuleitung eines Tones 
zu beiden Ohren vermittelst einer T-förmigen Röhre waren sie 
an dem Springen oder Wandern der Lokalisation desselben von 
Ohr zu Ohr deutlich zu erkennen. 
Endlich hat .Urbantschitsch47) (1883) auch bei subjek¬ 
tiven Gehörsempfindungen oft eine mittlere Lokalisation ge¬ 
funden. Dass dieselben hier beiderseits bestanden, unterliegt 
wohl keinem Zweifel, da die Lokalisation bei akustischer 
Reizung eines der Ohren, durch welche subjektive Gehörs¬ 
empfindungen daselbst geschwächt oder verdrängt zu werden 
pflegen, nach dem anderen Ohre zu wanderte. Auch wenn 
dieses Wandern bei einseitiger Ohrerkrankung nur unter akusti¬ 
scher Reizung des gesunden Ohres erfolgt, wird die interaurale 
Lokalisation nicht anders zu erklären sein; nur wird man hier 
annehmen müssen, dass die subjektive Hörempfindung des ge¬ 
sunden Ohres in ihrer Stärke von der des kranken abhängt.
        

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