Bauhaus-Universität Weimar

Uber funktionelle Beziehungen beider Gehörorgane. 229 
Reiz neben einer entsprechenden auch eine Reihe qualitativ und 
intensiv zunehmend differenter Erregungen auslöst, eine Hypo¬ 
these, gegen welche sich freilich manche Bedenken geltend 
machen lassen (conf. Stumpf22) I. 256 f.). Freilich auch für 
die zweite Annahme, nach welcher jeder Reiz die Perception 
anderer je nach dem Grade der Ähnlichkeit begünstigt, gestalten 
sich die Verhältnisse hinsichtlich der Erklärung kaum einfacher. 
Urbantschitsch freilich, der keine solche exklusive Percep- 
tionssteigerung annimmt, sondern im Gegenteil40) (1888) behauptet, 
dass mit Erregung einer Sinnesempfindung sämtliche Sinnes- 
centren erregt werden, entgeht wenigstens dieser Schwierigkeit; 
freilich dürfte diese Angabe auch noch nicht in ihrem ganzen 
Umfange als- gesichert anzusehen sein. 
b. Schwächung. 
Auch Erscheinungen, welche auf eine Schwächung hinaus¬ 
laufen, sind verschiedentlich beobachtet worden. Ähnliche Er¬ 
scheinungen, welche aus einer Interferenz, der Erregungen in 
entgegengesetzten Phasen resultieren, kommen hier natürlich 
nicht in Betracht. 
Scott Alison39) (1859) bemerkt, dass jeder Schall, sobald 
er nur in etwas verschiedener Intensität zu beiden Ohren gelangt, 
immer nur in dem stärker erregten Ohre gehört wird, während 
das andere völlig taub für denselben zu sein scheint. Dagegen 
verhindere schon die geringste qualitative Verschiedenheit der 
beiderseitigen Erregungen diese Unterdrückung der schwächeren. 
Fechner7) (1860) meint, wenn wir in jenem Versuche den 
Ton allein in dem stärker erregten Ohre zu hören glauben, so 
49) Urbantschitsch, Uber den Einfluss einer Sinneserregung auf 
die übrigen Sinnesempfindungen. Pfliig. Arch. Bd. 42, p. 104. 1888.
        

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