Bauhaus-Universität Weimar

Über funktionelle Beziehungen beider Gehörorgane. 211 
herschwingen, so hatte er deutlich den Eindruck monotischer 
Stöße auf der Seite der ruhenden Gabel. Auch wenn die ge¬ 
drehte oder geschwungene Gabel sich dem Ohre näher befand 
als die andere, oder wenn bei gleicher Entfernung beider Gabeln 
von den Ohren in nicht zu langsamem Wechsel bald die eine, 
bald die andere die Rolle der bewegten übernahm, wo dann 
ebenfalls nur ein intermittierender oder periodisch anschwellen¬ 
der und abnehmender Ton und zwar auf der Seite der be¬ 
wegten Gabel gehört wurde, bewirkte die Entfernung der ruhen¬ 
den Gabel sofort eine Schwächung des Totaleindrucks. Fechner 
glaubt hieraus schließen zu müssen, dass sich die Töne beider 
Ohren zu einem gemeinsamen Eindrücke kombinieren, und 
meint, dass man wenigstens keinen Grund habe, eine Fort¬ 
pflanzung jedes Tones durch die Kopfknochen von Ohr zu Ohr, 
wie sie bei den binauralen Schwebungen vorliege, auch hierbei 
als wesentlich anzunehmen. 
Eine klare Scheidung der Ursachen beider Erscheinungen ist 
jedoch auf Grund der Fechner’sehen Versuche kaum möglich. 
Denn die Bedingungen, unter welchen er die Verstärkung in 
seinen Versuchen beobachtet hat, könnten ja genau dieselben 
sein, wie diejenigen, unter welchen die Intensitätsmaxima der 
Schwebungen auftreten; vor allem könnte Phasengleichheit der 
zugeleiteten Töne bestehen, welche nur in Fechner’s Ver¬ 
suchen dauernd, bei den Schwebungen dagegen momentan aber 
rhythmisch wiederkehrend wäre. Da nun freilich bei Verwen¬ 
dung zweier Gabeln die Phasendifferenz beider Töne von Ver¬ 
such zu Versuch wahrscheinlich inlmer eine andere ist, eine 
Verstärkung aber nicht nur ausnahmsweise, sondern in jedem 
Falle beobachtet wurde, so ließe sich auch hieraus allenfalls, 
wenn auch nicht gerade sehr elegant, auf eine ständige, nicht 
nur bei Phasengleichheit mögliche Verstärkung schließen. 
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