Bauhaus-Universität Weimar

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Paul Rostosky, 
Die Bedeutung dieses Unterschiedes der Bedingungen in 
beiden Versuchen für denjenigen ihrer Resultate ist dem Autor 
also völlig entgangen. 
Die Unmöglichkeit einer Überleitung. der Töne durch die 
Eustachischen Röhren und der getrennte Verlauf beider Hör¬ 
nerven bis zum Gehirn beschließen für ihn die Reihe der Stützen 
seiner obigen Annahme einer Interferenz im Centralorgane. 
Differenztöne konnte übrigens auch Scripture bei verteilten 
Gabeln, z. B. von 396 und 528 Schw., nicht wahrnehmen. 
Schaefer27) (189 3) verwirft in einer kurzen Notiz den 
Scripture’schen Gegenbeweis gegen die Kopfknochenleitung 
und bestätigt nochmals da^r Resultat seines zu deren Nachweis 
unternommenen Versuches, wohl auch für eine bloß vor das 
eine Ohr gehaltene Gabel. 
Das zweite der obigen Bedenken kommt durch diese Ände¬ 
rung in Wegfall, während es denkbar bleibt, dass durch das 
Zudrücken des einen Ohres etwa eine leichte Annäherung des 
Kopfes und anderen Ohres an die Schallquelle erfolgt sei. Aber 
dieser Einwurf ist, wie schon oben bemerkt wurde, ziemlich 
mangelhaft fundiert, da er eine Beobachtungstäuschung voraus¬ 
setzt. Hinsichtlich der Grenzen der Beweiskraft dieses Ver¬ 
suches gilt natürlich das oben Gesagte. 
Scripture28) (1893) kritisiert in Erwiderung auf die vorige 
Notiz den Schaefer’schen Versuch in seiner ersten Form und 
behauptet, bei der zweiten eben keine Verstärkung des Tones 
in dem einen Ohre durch Verschluss des anderen hören zu 
können. — Ein interessantes Seitenstück zu den Beobachtungen 
27) Schaefer, Ist eine cerebrale Entstehung von Schwebungen mög¬ 
lich? Zeitschr. f. Psych, u. Physiol. Bd. 4, p. 348. 1893. 
28) Scripture, Ist eine cerebrale Entstehung von Schwebungen 
möglich? Philos. Stud. Bd. 8, p. 638. 1893.
        

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