Bauhaus-Universität Weimar

Ei- hat sich ergeben, dass die oben geschilderte Auspressmethode 
auch zur Gewinnung des Inhalts von Bacterienzellen geeignet ist, und 
sind Versuche darüber, namentlich auch mit pathogenen Bactérien, 
iin hygienischen Institute zu München im Gang. 
Tübingen, den 9. Januar 1897. 
20. A. Bistrzycki und J. Flatau: 
Die Condensation von Mandelsäure mit Phenolen. II. 
(Eingegangen am 31. December.) 
Wie bereits kurz mitgetheilt wurde '), condensirt sich die Mandel¬ 
säure mit Phenol sehr leicht bei Gegenwart einer 7.3-procentigeu 
Schwefelsäure 2). Aus dem Reactionsproduct konnten wir früher nur 
eine Verbindung rein darstellen, die wir als o-Oxvdiphenvlessigsäure- 
, „ C,H3.CH.C6H4 , . — y 
lacton, ^ , betrachteten. Die eingehendere Untersuchung 
der Verbindung hat diese Auffassung vollkommen bestätigt und bat 
ferner zur Isolirung eines zweiten Reactionsproductes Veranlassung 
gegeben, in dem höchst wahrscheinlich die zu erwartende p-Oxydi- 
pheDylessigsäure vorliegt. 
Die Aufarbeitung des Rohproductes der Condensation haben wir 
erheblich verbessert und verfahren nunmehr folgendermaassen: Das 
(I. c.) angegebene Gemisch von (racem.) Mandelsäure, Phenol und 
Schwefelsäure wird unter öfterem Umschütteln langsam auf 125° 
erhitzt und nur 2 — 3 Minuten auf dieser Temperatur erhalten. Man 
kühlt nun den Kolbeninhalt — eine auf einer schwefelsauren Lösung 
schwimmende Oelschicht — ab und fügt eine etwa doppelt so grosse 
Gewichtsmenge Wasser hinzu, als man 73-procentige Schwefelsäure 
angewendet hatte. 
Bei weiterem Abkühlen verwandelt sich jetzt das Oel in eine 
an der Kolbenwandung haftende, halbfeste Masse, von welcher die 
schwefelsaure wässrige Flüssigkeit abfiltrirt wird. Vom Filtrat (A) 
wird später noch die Rede sein. 
') Diese Berichte 28, 989. 
2) Es verdient hervorgehoben zu werden, dass die 73-procentige Schwefel 
säure, welche sich als Condensationsmittel schon öfters bewährt hat (z. I 
C. Liebermann, diese Berichte 29, 184), und welche in ihrer Wirkungsall 
sich von den Schwefelsäuren höherer Concentration bisweilen auffallend un.er 
scheidet (Bistrzycki u. Oehlert, diese Berichte 27, 2(13';. die Zusammen 
setzung des Hydrates H3SO4 -+- 2HaO[= S.OHJe] besitzt. Sie zeigt auch 
in physikalischer Hinsicht merkwürdige Eigenheiten ; vergl. z. B. Kowalsk 
lîozprawv Akad. Krakowsky 1892.
        

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