Bauhaus-Universität Weimar

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Bemerkungen. Bei Versuch 1) wurde das entweichende Gas 
4 Stunden nach Beginn der Entwickelung in Kalkwasser geleitet und 
als Kohlensäure identificirt. Bei 2) und 3) erfolgte nach 3 Tagen 
Bestimmung des durch Gährung gebildeten Alkohols; es, waren bei 
2) 1.5 g, bei 3) 3.3 g Aethylalkohol vorhanden; hiervon sind die 
Mengen in Abzug zu bringen, welche der verwendeten Hefe noch von 
der Bierbereitung her anhafteten. Bei 2) war die Hefe vor Herstellung 
des Presssaftes mit je 5 L Wasser noch 4 mal gewaschen worden; 
dann wurde in 2/ä des Ganzen der Alkohol bestimmt, das Uebrige 
auf Presssaft verarbeitet; nach den Ergebnissen war in der verwen¬ 
deten Hefe höchstens 0.3 g Alkohol vorhanden. Bei 3) wurde für 
die Presshefefabrikation gereinigte, aber noch nicht mit Starke ver¬ 
setzte Bierhefe des Handels direct verarbeitet; der Alkoholgehalt der 
zur Herstellung von 150 ccm Presssaft nöthigen Hefe berechnet sich 
nach der ausgeführten Bestimmung zu 1.2 g. Sonach war bei 2) 1.2 g, 
bei 3) 2.1 g Alkohol durch Gährung entstanden. In allen Fällen 
wurde der Alkohol durch die Jodoformreaction identificirt und schliess¬ 
lich mittels Pottasche aus der wässrigen Lösung ausgesalzen. Die bei 
3) erhaltene Abscheidung ging vollständig zwischen 79—81° (734 mm) 
über, das Destillat war farblos, brennbar und besass den Geruch des 
Aethylalkohols. 
Mikroskopisch untersucht wurden die Versuche 2) und 3), 
nachdem sie 3 Tage im Gange waren, ferner 8) nach 6 tägiger Dauer und 
von 12) nach 12 Tage währender Gährung der geringe Bodensatz: in 
allen Fällen fanden sich keine Organismen, sondern lediglich Eiweiss¬ 
gerinnsel als Ursache der mehr oder minder starken Trübung. Von 
Versuch 3) wurden ausserdem bei seiner Unterbrechung nach im 
Ganzen 3 tägiger Dauer noch 6 Platten cult ur en angelegt. Je I ccm 
Flüssigkeit kam zur Aussaat in 3 Röhrchen mit verflüssigter Bier¬ 
würzegelatine, und je 1 ccm in 3 Röhrchen mit verflüssigter Fleisch¬ 
wasserpeptongelatine. Nach 6 Tagen zeigte eine VVürzegelatineplatte 
11 Colonieen, die beiden anderen waren steril geblieben; die 3 Pep¬ 
tongelatineplatten wiesen gleichmässig je 50 — 100 Colonieen auf und 
waren verflüssigt worden. In Anbetracht der bei diesen Versuchen 
zur Aussaat gelangten grossen Flüssigkeitsmengen beweisen die Er¬ 
gebnisse, dass die Gährwirkung nicht von Mikroorganismen ausge¬ 
gangen ist, was übrigens schon durch das rasche Auftreten der Gäh- 
rungserscheinungen beinahe ausgeschlossen ist. 
Endlich wurde bei den Versuchen 4) und 5) der Presssaft 
durch sterilisirte Berkefeldt-Kieselguhrfilter gesaugt. Bei 
5) war ausserdem auch noch die Rohrzuckerlösung im Autoklaven 
sterilisirt worden, und wurde die Mischung der ■ beiden Flüssigkeiten 
unter allen aseptischen Vorsichtsmaassregeln vollzogen.
        

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