Bauhaus-Universität Weimar

Die Arbeitscurve. 
Yon 
Emil Kraepelin.. 
Heidelberg. 
Mit 5 Figuren im Text und Tafel II. 
Als das feste, gemeinsame Band, das die bunte Folge der Tages¬ 
eindrücke zu einer zusammenhängenden Kette von Erlebnissen an¬ 
einanderschließt, erkennen wir ohne weiteres das Bewusstsein unserer 
Persönlichkeit. Wir sind daher gewöhnt, den wechselnden Bildern 
der Außenwelt unser eigenes Ich als den Spiegel gegenüberzustellen, 
der unverändert bleibt, so viele und so mannigfache Strahlen er auch 
in sich aufnimmt. Es liegt auf der Hand, dass dieser Auffassung 
nur eine eng begrenzte Berechtigung zukommt. Zunächst ist der Schatz 
unserer Vorstellungen und unsere gesammte Eigenart bestimmten, 
langsamen und allmählichen Umwandlungen unterworfen, die sich 
im Laufe des Lebens deutlich genug erkennen lassen. Sodann aber 
sind wir auch nichts weniger, als unbetheiligte Zuschauer, sondern 
wir sind Mitspieler auf der Bühne des Daseins: wir verarbeiten 
unsere Erfahrungen geistig und gemüthlich und setzen sie in Hand¬ 
lungen um, oft genug unter den heftigsten inneren Erschütterungen- 
Endlich vermögen äußere Einflüsse aller Art, am entschiedensten ge¬ 
wisse Krankheiten und Gifte, in kürzester Frist die stärksten Um¬ 
wälzungen in unserer seelischen Persönlichkeit hervorzubringen. 
Aber auch dann, wenn wir von allen äußeren Einwirkungen nach 
Möglichkeit losgelöst sind, herrscht in dem scheinbar so festen Kerne 
unseres Wesens keine wirkliche Stetigkeit. Vielmehr vollziehen sich 
in unserem inneren Leben unausgesetzte Wandlungen ohne Ruhe-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.