Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Neues System der Pflanzen-Physiologie: Dritter Band
Person:
Meyen, Franz Julius Ferdinand
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36695/26/
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Im Anfänge des Juni beträgt die Höhenaclise dieses, die 
Knospe tragenden Markhügels etwa f seines Breiten- 
Durchmessers; die äufsere Bekleidung desselben besteht 
in einem kleinmaschigen bräunlichen Zellengewebe, woraus 
die spätere Rinde des künftigen Schöfslinges hervorgeht, 
und sich unmittelbar in den äufseren Zelienschichten der 
einzelnen Blättchen fortsetzt, welche die »Schuppen oder 
Hiillblattchen der Terminalknospe bilden. Auf der höch¬ 
sten Spitze jenes Hügels, in der Mitte aller Knospenblätt¬ 
chen, befindet sich der Knospenkern; es ist eine kleine, 
länglichte, an der Spitze abgerundete Hervorragung, welche 
aus einem ganz weichen, noch unausgebildeten Zellenge¬ 
webe von grünlich weifser Farbe besteht, und unmittelbar 
als eine Fortsetzung des Markhügels erscheint. Von der ' 
Basis dieses Knospenkernes erstreckt sich, dicht unter der 
Rindensubstanz, über die ganze Oberfläche des Markhügels 
eine dünne, äufserst zarte und durchsichtige Zellenschicht; 
die Membranen dieser, etwas länglichen Parenchym-Zellen 
sind äufserst fein und ganz ungefärbt, und der Inhalt dieser 
Zellen scheint in einem gelösten Gummi zu bestehen. Diese 
weifse Zellenschicht scheint an der Basis des Knospenkernes 
mit dem zarten Markgewebe innig verschmolzen zu sein î 
und ferner mit dem Inneren eines jeden Blättchens der 
Knospe in unmittelbarer Verbindung zu stehen; so er¬ 
streckt sie sich über den ganzen Markhügel, und geht in 
das zarte Zellengewebe über, welches sich äufserlich über « 
die Spiralröhrenschicht der noch unverholzten Markscheide 
hinzieht und künftig unmittelbar in die Substanz der Bast¬ 
schicht umgewandelt wird. Die Zellen sind prismatisch, 
meistens 4-, 5- oder 6seitig, sie stehen mit ihren Enden 
genau über einander, und nach Resorbtion ihrer Scheide¬ 
wände wandeln sie sich in die einzelnen langen Baströhren 
um; diese Verwachsungen geschehen aber so innig, dafs 
man ihre Vereinigung bis jetzt noch nicht an ausgebildeten 
Baströhren bemerkt hat. Die durch Verwachsung der 
kleineren Zellen entstandene Röhre, bildet die erste oder 
ursprüngliche Schicht der späteren Baströhre, deren Ver-
        

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