Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Neues System der Pflanzen-Physiologie: Zweiter Band
Person:
Meyen, Franz Julius Ferdinand
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36694/546/
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oder es bildet sich in der grofsen Lücke, welche den 
Stengel dieser Pflanze von einem Knoten bis zum anderen 
durchzieht; auch hier liegt es zunächst dem Gewebe des 
Knotens und füllt das Ende der Höhle zuweilen mit Stücken 
von bedeutender Gröfse. Es sind keine Verletzungen in 
der Rinde des Stengels zu bemerken, wo im Inneren das 
Tabaschir abgesondert ist, demnach man die Bildung dessel¬ 
ben nicht etwa von einem Insektenstiche u. s. w, ableiten 
kann. Das Tabaschir füllt jene Lücken und zeigt ganz 
deutlich, dafs es aus einer Menge von Schichten besteht, 
welche sich über oder auf einander gelegt haben. Ist die 
Lücke noch sehr klein, worin die Secretion des Tabaschir's 
erscheint, so pflegen mehr kugeligte Massen abgesondert 
zu werden, welche aus concentrischen Schichten bestehen; 
sind die Lücken dagegen gröfser, so geschieht die Secre¬ 
tion der Massen an einzelnen Wänden derselben; es wer¬ 
den alsdann immer wieder neue Schichten abgelagert und 
dadurch die Alten mehr nach dem Inneren der Lücke ge¬ 
führt, wo sie oft mit den Massen der entgegengesetzten 
Lückenwände zusammenstofsen und dann auch mit einander 
verkleben, woraus hervorzugehen scheint, dafs die abge¬ 
sonderte Masse anfangs noch weich ist. Da bei derBam- 
busa die Absonderung der Kieselerde in der Epidermis 
des Stengels sehr bedeutend ist, so kann man es erklär¬ 
lich finden, dafs hier, in der Nähe der Epidermis, in eige¬ 
nen Höhlen eine besondere Absonderung eben derselben 
Substanz erfolgt, welche im gewöhnlichen Falle nur auf 
der Oberfläche stattfindet. Es ist eine abnorme, iibermä- 
fsige Secretion, oder vielmehr eine Excretion, welche 
Aehnlichkeit mit der übermäfsigen Harz-Absonderung im 
Holze der Coniferen hat, wodurch das Tabaschir in mehr 
oder weniger grofsen Massen im Inneren der Substanz 
des Bambusen-Stengels auftritt. Die lokalen Kalk-Abson¬ 
derungen nach den Höhlen im Inneren der Pflanzen, wie 
wir sie schon im ersten Theile dieses Buches kennen ge¬ 
lernt haben, und ferner die lokalen Kalk-Absonderungen 
nach Aufsen, wie wir sie auf den Blättern einiger Saxifraga-
        

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