Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Neues System der Pflanzen-Physiologie: Zweiter Band
Person:
Meyen, Franz Julius Ferdinand
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36694/233/
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und nachdem diese Schnitte eine kurze Zeit hindurch im 
Wasser gelegen haben, beginnen die Kügelchen, welche 
in den Zellen gelagert sind, ihre Rotations-Strömungen. 
Diese Bewegungen in den einzelnen Zellen sind hier be¬ 
sonders deutlich wahrnehmbar, indem die Wände der Zellen 
ganz ungefärbt und vollkommen durchsichtig sind, während 
die Kügelchen, welche eben diese Bewegung zeigen, schön 
grün gefärbt sind. In jeder einzelnen Zelle findet sich 
eine besondere, ganz für sich bestehende Rotations-Strö¬ 
mung, welche in ihrer Richtung, unabhängig von den Strö¬ 
mungen in den nebenanliegenden Zellen ist, wie man 
dieses am deutlichsten in der Abbildung selbst sehen kann, 
wo die Richtung der Ströme stets durch die Pfeile ange¬ 
deutet ist. 
Die grünen Zellensaft-Kügelchen dieser Pflanze, so 
wie alle übrigen festeren Massen, welche in den Zellen 
dergleichen Pflanzen noch zuweilen Vorkommen, steigen, 
ähnlich wie bei den Charen, auf der einen Seite der Zelle 
hinauf, ändern an der einen Grundfläche der Zelle ihre 
Richtung, um zur anderen Seite der Zelle zu gelangen 
und an dieser hinabzusteigen; auf der entgegengesetzten 
Grundfläche der Zellen dreht sich die Richtung der Kü¬ 
gelchen wieder zu der ersteren Seite der Zelle, um hier 
wieder hinaufzusteigen und den ganzen Lauf von Neuem 
zu beginnen. Es zeigt sich also hierselbst, dafs die ganze 
Rotations-Strömung in dem Laufe der Kügelchen besteht, 
welche beständig, der inneren Fläche der Wand entlang, 
um die Höhle der Zellen verlaufen: wo keine Kügelchen 
sind, da sieht man auch keine Bewegung, und würde sich 
daselbst der Zellensaft bewegen, so wäre diese Bewegung 
nicht wahrnehmbar, weil der Zellensaft ganz wasserhell 
und vollkommen durchsichtig ist. Es ist von besonderem 
Interesse zu sehen, wie die Umdrehung des Kügelchen¬ 
stromes an den Enden der Zellen erfolgt, besonders wenn 
sich eine grofse Menge derselben zusammengehäuft hat, 
wie bei e oder bei f; hier kommt es zuweilen vor, dafs 
dieselben das Ende der Zelle so stark füllen, dafs eine
        

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