Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zweiter Theil: Physiologie des Rückenmarks und Gehirns
Person:
Eckhard, C. Sigmund Exner
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36691/3/
ERSTER THEIL. 
PHYSIOLOGIE DES RÜCKENMARKS 
UND 
DES GEHIRNS MIT AUSSCHLUSS DER GROSSHIRNRINDE 
VON 
Prof. Dr. C. ECKHARD in Giessen. 
Einleitung. Zur Histologie der Centralorgane.' 
Die Physiologie der Centralorgane steht in mehrfacher Beziehung 
in so enger Verbindung mit der Anatomie derselben, dass als Ein¬ 
leitung zu jener eine Uebersicht über den gegenwärtigen Stand der 
Histologie des Rückenmarks und Gehirns angezeigt ist. Man mache 
sich indess über diesen Punkt keine übertriebene Illusion. Physio¬ 
logie und Histologie gehen vielfach ihre eigenen Wege und führen 
zu Thatsachen, die unvermittelt neben einander stehen; ich werde 
nicht unterlassen, anzudeuten, wo ihre Angaben gegenseitig bedeu¬ 
tungsvoll werden. 
Bindesubstanzen. Zu diesen zählen die der Pia entstam¬ 
menden, aus faserigem Bindegewebe bestehenden, sich bis zu den 
Gefässen zertheilenden Septa einerseits und die sogenannte Rinden¬ 
substanz nebst deren Fortsetzungen in das Innere des Marks hinein, 
einschliesslich des centralen Ependymfadens, andrerseits. Jedoch ist 
zu bemerken, dass für einzelne vorgelegte Fasern durch das Mikro¬ 
skop allein nicht zu lösende Zweifel entstehen können, ob sie ner¬ 
vöser oder bindegewebiger Natur seien, zumal da Theilungen von 
Nervenfasern im Rückenmark mehrfach gesehen worden sind und 
man sich solche so weit fortgesetzt denken kann, dass wegen der 
Kleinheit der Faser ihre charakteristische Structur nicht mehr er¬ 
kannt werden kann. Nach Gerlach 2 lassen sich diese Zweifel durch 
Goldchloridkalium und eine eigenthümliche Anwendung des Carmin- 
ammoniaks beseitigen. Beide Reagentien färben die Nervenfasern, 
1 Es kann sich selbstverständlich hier nicht um eine erschöpfende Darstel¬ 
lung dieses Gegenstandes handeln, sondern nur um eine Erinnerung an diejenigen 
histologischen Wahrheiten, welche bereits mit physiologischen Fragen in Zusammen¬ 
hang gebracht worden sind, oder einen solchen für die nächste Zeit in Aussicht 
stellen. Für weitergehende Zwecke müssen die speciell histologischen Schriften zu 
Rathe gezogen werden. 
2 J. Gerlach, Von dem Rückenmark. Handbuch der Lehre von den Geweben 
des Menschen und der Thiere. Herausgeg. von S. Stricker. II. S. 678 ff. 1872. 
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