Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zweiter Theil: Physiologie des Rückenmarks und Gehirns
Person:
Eckhard, C. Sigmund Exner
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36691/276/
276 Exner, Grosskirnrinde. Allg. Physiol. 4. Cap. Zeitliches Yerh. psych. Impulse. 
schreibt, niederzudrücken, sobald es den Inductionsschlag empfindet. 
Die Winkel-Differenz zwischen der Stellung der Scheibe, bei welcher 
die Nadel in das Quecksilber tauchte, und der Stellung, bei welcher 
der Schreibstift begann sich zu senken (oder je nach der Vorrichtung 
auch zu heben) giebt, zusammengehalten mit der Rotationsgeschwin¬ 
digkeit der Scheibe, die Reactionszeit an. Es ist dabei unwesentlich, 
ob man statt der rotirenden Scheibe einen rotirenden Cylinder ver¬ 
wendet, ob man das Signal auf der Scheibe durch blosse Hebelver¬ 
bindungen oder auf elektromagnetischem Wege verzeichnet, ob die 
Nadel an der Scheibe selbst angebracht ist oder der Moment, in wel¬ 
chem auf andere Weise der Contact hergestellt wird auf der Scheibe 
gezeichnet wird u. s. w. 
Sollen die Versuche zu guten Resultaten führen, die nur dann 
zu erreichen sind, wenn der Grad der Aufmerksamkeit in den einzel¬ 
nen Versuchen nicht zu sehr differirt, so muss man mit der Anstren¬ 
gung der Aufmerksamkeit sparsam sein. Die Versuche werden also 
gewöhnlich so angestellt, dass ein Gehülfe einige Secunden vorher 
den Reiz ankündigt, dann einen Contact herstellt an dem bis dahin 
noch, abgesehen von dem Quecksilbernäpfchen, der Stromkreis unter¬ 
brochen war. Wenn jetzt die Nadel in das Näpfchen eintaucht, 
findet der Inductionsschlag den Experimentirenden in vorbereitetem 
Zustande. 
Sowie hier die Tastempfindung, so können auch bei dieser Art 
der Versuchsanordnung andere Sinnesempfindungen gerade in dem 
Momente ausgelöst werden, in dem die Scheibe eine bekannte und 
bestimmte Stellung einnimmt. 
Für die Zwecke des praktischen Arztes ist noch ein zwar we¬ 
niger genauer aber dafür sehr einfacher Apparat, das Neuramöbimeter 
(a/xoißr'i Antwort, Umsatz) angegeben worden.1 Er besteht im We¬ 
sentlichen aus einer in einem Scharnier beweglichen metallischen Fe¬ 
der, welche ihre Schwingungen auf einer berussten Glasplatte zeich¬ 
net. Die Feder kann durch einen Druck von der Glasplatte abge¬ 
hoben werden. Indem nun der Untersuchende die auf einem Schlitten 
liegende Glasplatte mit der Hand schiebt, schlägt die gespannte Fe¬ 
der los. Der Untersuchte hat den Auftrag, sobald er das Losschlagen 
der Feder gewahrt, mit der schon früher aufgelegten Hand dieselbe 
von der Glasplatte abzuheben. Die Anzahl der Schwingungen, welche 
die Feder vom Moment des Losschlagens bis zu dem Momente, in 
1 Beschrieben von Sigm. Exner, Experim. Untersuchungen d. einfachsten psy¬ 
chischen Processe. 1. Abh. Arch. f. d. ges. Physiol. VIII und H. Obersteiner, Arch. f. 
pathol. Anat. LIX. S. 427.
        

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