Bauhaus-Universität Weimar

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Sigmund Mayer, Spec. Nervenphysiologie. 3. Cap. Die Hirnnerven. 
(im zweiten Auge) vollkommen starr. Dagegen zog sie sick zusam¬ 
men, so wie das gelähmte Auge durch den normal fungirenden Ab- 
ducens in den äusseren Winkel hineinbewegt wurde. 
Ob nun bei den genannten Pupillenbewegungen Trigeminus¬ 
fasern betheiligt waren, erscheint möglich, ist aber nicht erwiesen. 
Jedenfalls würde bei diesen zum Sphincter iridis gehenden Fasern 
die enge reflectorische Beziehung fehlen, in der nachweislich der 
Oculomotorius zum Opticus steht. 
Schliesslich muss noch darauf aufmerksam gemacht werden, 
dass bei der intracraniellen Trigeminusdurchschneidung, der benach¬ 
barte Oculomotorius sehr leicht in Mitleidenschaft gezogen werden 
kann, so dass Fälle, in denen nach der Operation die Reaction der 
Pupille auf Licht ganz fehlte den Verdacht einer Mitverletzung des 
Oculomotorius aufkommen lassen. 
IV. Nervus facialis. 
Der Nervus facialis ist vorzugsweise ein bewegender Nerv ; der 
Verbreitungsbezirk seiner Fasern wird der Hauptsache nach durch 
die Darstellungen der beschreibenden Anatomie klargelegt. Die älte¬ 
ren Versuche, die pars intermedia Wrisbergi als eine sensible Wurzel 
des Nerv, facialis aufzufassen (Bischoff, Gaedechens, Morganti) 
müssen als gescheitert angesehen werden. 
Sowohl innerhalb des Felsenbeins, als auch ausserhalb des Fo¬ 
ramen stylomastoideum ist der Nerv, facialis mit deutlicher Sensi¬ 
bilität begabt; dieselbe rührt von Fasern des Trigeminus und des 
Vagus her, die sich der Facialisbahn anschliessen.1 Die Sensibilität 
des Facialis in seinem Gesichtstheile zeigt sich nach der Durchschnei¬ 
dung sowohl am peripherischen, als am centralen Stumpfe, so dass 
an diesem Nerven die Erscheinung der rückläufigen Sensibilität be¬ 
sonders leicht nachgewiesen werden kann. 
Die wesentlichen Kenntnisse über die gesonderten Functionen der 
beiden wichtigsten im Gesichte sich verbreitenden Nerven, des Nerv, fa¬ 
cialis und des Nerv, trigeminus wurden von Ch. Bell ermittelt; mehrere 
von demselben Forscher gemachte unrichtige Angaben berichtigte H. Mayo. 
Die älteren Versuche über die dem Nerv, facialis zukommende Sensibilität 
rühren von Magendie, Eschricht und Lund, Longet her.'2 
1 Schiff, Lehrbuch etc. S. 390 ; Bernard , Leçons sur la physiologie etc. IL 
p. 27. 
2 Die einschlägigen literarischen Nachweise siehe bei P. M . Lund, Physiolo¬ 
gische Resultate der Yivisectionen neuerer Zeit, eine von der Kopenhagener Univer¬ 
sität gekrönte Preisschrift. § 42 u. Anhang hierzu § 43. Kopenhagen 1825 ; Longet, 
Traité de physiologie III. édit. III. p. 564 If.
        

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