Bauhaus-Universität Weimar

240 Sigmund Mayer, Spec. Nervenphysiologie. 3. Cap. Die Hirnnerven. 
Thieren ergaben, dass dieser Erfolg auf Reizung pupillenerweiternder 
sympathischer Fasern durch Stromschleifen beruhte; aus diesem Ergeb¬ 
nis lässt sich der Schluss ableiten, dass der die Pupille verengende 
Nervmuskelapparat kürzere Zeit überlebt, als der pupillenerweiternde. 
III. Nervus trigeminus. 
Der Nervus trigeminus entspringt mit zwei Wurzeln, die von 
Hause aus Fasern für die verschiedensten Funktionen zu enthalten 
scheinen. 
Die Erörterung der Funktionen der Sensibilität der Haut und 
der Schleimhäute, sowie seiner Verbreitungsweise in den querge¬ 
streiften Muskeln fällt zusammen mit der von der Anatomie zu lie¬ 
fernden Beschreibung seiner Verästelung. 
Bezüglich seiner Sensibilität wird hauptsächlich von Bernard 1 
darauf hingewiesen, dass dieselbe bei Thieren am längsten persistirt, 
wenn dieselben einer Vergiftung oder irgend einer anderen Todesart 
erliegen. Hierbei bemerkte Bernard die eigenthümliche Thatsache, 
dass bei dieser Vernichtung der sensiblen Eigenschaften des fünften 
Nervenpaares die Cornea und die Conjunctiva ihre Sensibilität nicht 
zu gleicher Zeit einbüssen, sondern nach einander und in einer nach 
der Todesursache verschiedenen Reihenfolge (?). 
Nach Bernard2, sollen auch die Erscheinungen der Photophobie, 
die bei Thieren nach Hornhautverletzungen noch Vorkommen soll, 
auch wenn vorher der Nerv, opticus durchschnitten worden war, auf 
Reizung der sensiblen Fasern des Trigeminus durch Licht beruhen. 
Wie von allen sensiblen Nerven lassen sich auch vom Trigemi¬ 
nus in seinen Endausbreitungen Reflexe auf die verschiedenen Arten 
centrifugal wirkender Nerven erzielen. Wir erwähnen hier nur die 
Reflexe von der von Trigeminusästen innervirten Nasenschleimhaut 
auf die Hemmungsnerven des Herzens, das Athmungscentrum und 
das vasoconstrictorische Centrum (Holmgren, Kratschmer), vom 
Lingualis auf die Speichelsecretion u. s. w., worüber an anderer Stelle 
ausführlicher gehandelt werden wird. 
Die Betheiligung des Nerv, lingualis beim Zustandekommen der 
Geschmacksempfindungen wird bei der Physiologie des Geschmacks¬ 
sinnes abgehandelt werden. 
Das Eingreifen von Trigeminusfasern in die secretorische Thätig- 
keit der Glandulae lacrimalis, parotis und orbitalis wird bei der Lehre 
von den Secretionen seine Erledigung finden. 
1 Bernard, Leçons sur la physiologie etc. II. p. 86. 
2 Bernard, ibid. p. 90.
        

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