Bauhaus-Universität Weimar

266 Fick, Spec. Bewegungslehre. 3. Cap. Bewegungsmodus u. -umfang der Gelenke. 
Bei manchen Gelenken wird der Bewegungsmodus durch bieg¬ 
same Schaltstücke beeinflusst, die zwischen den Endflächen der ver¬ 
bundenen Knochen gelagert sind. Hierüber lassen sich indessen keine 
allgemeinen Sätze aufstellen, sondern es muss durch Untersuchung 
des einzelnen Falles der Bewegungsmodus ermittelt werden. 
TV, Bewegungsumfang der Gelenke. 
Der Bewegungsumfang eines Gelenkes oder die Grenzen, inner¬ 
halb deren dem Bewegungsmodus gemäss Stellungen stetig aufein¬ 
ander folgen köunen, wird bestimmt durch verschiedene Nebenum¬ 
stände, welche mit der den Bewegungsmodus bedingenden geome¬ 
trischen Natur der Gelenkflächen in keinem Zusammenhänge stehen. 
Man kann die Umstände, welche der Bewegung Grenzen setzen, füg¬ 
lich die Hemmungen der Gelenke nennen. Es lassen sich sofort zwei 
Arten von Hemmung unterscheiden, welche wir als absolute und re¬ 
lative Hemmungen passend bezeichnen können. Eine absolute Hem¬ 
mung des Gelenkes ist gegeben, wenn ein nicht der gleitenden Fläche 
angehöriger Punkt des beweglich gedachten Knochens bei einer be¬ 
stimmten Stelle seiner Bahn angelangt, an einen Punkt des fest ge¬ 
dachten Knochens anstösst, wie z. B. der Punkt a (Fig. 10) bei Dre- 
, hung im Sinne des Pfeiles, bald an den Punkt b 
des andern Knochens anstossen würde. In die¬ 
sem Augenblicke hört die Bewegung des Gelen¬ 
kes plötzlich auf, da eine Weiterbewegung nach 
demselben Modus durch die Starrheit der beiden 
Knochen, die sich weder durchdringen noch zu¬ 
sammendrücken können, absolut verhindert ist. 
Eine Kraft, welche in einiger Entfernung vom 
Gelenke auf den beweglichen Knochen wirkend ihn noch weiter zu 
führen strebt, würde nunmehr ihn um den neuen Berührungspunkt 
als Hypomocklion zu drehen streben und daher entweder durch die 
das Gelenk befestigenden Kräfte (Luftdruck und Bandspannungen) 
im Gleichgewichte gehalten oder sie würde die Gelenkflächen von 
einander abheben, d. h. das Gelenk verrenken. 
Diese absolute Hemmung würde sich natürlich bei jedem Gelenke 
in irgend einem Punkte jeder beliebigen Bahn einstellen. Bei den 
meisten ist aber dieser Punkt gar nicht erreichbar, weil schon vor¬ 
her die zweite Art der Hemmung, die relative, durch Anspannung 
fibröser Bänder eintritt, welche vom einen Knochen zum andern über¬ 
springen. Es sind nämlich meist solche vorhanden, deren Ansatz sich 
Fig. io.
        

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