Bauhaus-Universität Weimar

194 Geütznee, Physiologie der Stimme und Sprache. 6. Cap. Die Yocale. 
eintaucht, das mit Quecksilber und Alkohol gefüllt ist. Der elektrische 
Strom geht nun von den Elementen um den hufeisenförmigen Elektro¬ 
magneten f zwischen dessen Polen die magnetische Stimmgabel b steht, 
tritt in das Quecksilbernäpfchen ein, geht, wenn Contact stattfindet, durch 
die obere Zinke der Stimmgabel und deren Griff (g) nach allen übrigen 
Elektromagneten, a{, a2 bis a§, zwischen deren Schenkeln die tönenden 
Stimmgabeln (die man alle im Aufblick sieht) aufgestellt sind. 
Diese werden nun, weil ihre Schwingungen genau 2-, 3- oder nmal 
so schnell erfolgen, wie die der Unterbrechungsgabel, von ihren Elektro¬ 
magneten in ausdauernde Oscillationen versetzt, indem sie selbst magne¬ 
tisch, entweder beim jedesmaligen Auseinanderschwingen von den Polen 
des Elektromagnets momentan angezogen werden oder dieses erst bei 
ihrem zweiten, dritten Schwünge u. s. w. geschieht. Vor ihnen befinden 
sich cylindrische, abgestimmte Resonatoren, welche den Stimmgabeln ge¬ 
nähert oder von ihnen entfernt werden und deren den Gabeln zugewen¬ 
dete Oeffnungen durch eine Klappe ganz und gar geschlossen oder in 
verschiedenem Grade geöffnet werden können. Im ersten Falle hört man 
die Schwingungen der Gabel, auch wenn sie stark sind, gar nicht, weil 
sie sich nicht durch ihre feste Umgebung auf die Luft übertragen können ; 
denn der Apparat ruht auf untergeschobenen Gummischläuchen. Im zwei¬ 
ten Falle dagegen hört man den Ton der Stimmgabel mehr oder weniger 
stark je nach der Grösse der Oeffnung. 
Vorstehende dem Werke von Helmholtz entnommene schematische 
Skizze erläutert die Aufstellung des Apparates. Die Unterbrechung ist 
hier so -angeordnet, dass die Stimmgabel beim Auseinanderschwingen der 
Zinken den Kreis bei h, bei ihrer gegenseitigen Annäherung bei i öffnen. 
Von den Elementen e und e, geht zunächst ein Leitungsdraht zu den 
verschiedenen Elektromagneten, der andere führt zum Unterbrechungs¬ 
apparat, indem er sich in die Zweige kf und ki spaltet und den elektri¬ 
schen Strom je nachdem ein Mal durch die obere, das andere Mal durch 
die untere Zinke der Gabel nach ihrem Griff (g) und den Elektromagne¬ 
ten a, bis as leitet. Zwischen g und i sind noch 2 Nebenschliessungen 
angebracht, die eine gc enthält bei c einen Condensator, dazu dienend, 
das Geräusch des Funkens an der Unterbrechungsstelle abzuschwächen, 
die zweite ist eine Nebenschliessung von beträchtlichem Widerstand, aus 
hin- und hergeführtem dünnen Drahte dd bestehend. Sie hebt das Ge¬ 
räusch des Funkens fast ganz auf, weil sie die kräftigen Extracurrenten, 
welche bei Oeffnung in Folge der vielen Elektromagnete unvermeidlich 
entstehen, in sich ableitet, und bei geschlossenem Strom in Folge ihres 
grossen Widerstandes (der viel grösser sein muss als alle Drahtleitungen 
der Elektromagnete zusammengenommen), den die Gabeln bewegenden 
elektrischen Strom kaum abschwächt. Zwischen h und k fand Helmholtz. 
noch noting einen Seitenzweig, hlk, von mässigem Widerstand einzuschal¬ 
ten, um den Strom in den Elektromagneten so zu schwächen, dass die 
Gabel b nicht zu heftige Schwingungen macht. 
Wurde nun die Untersuchungsgabel in Bewegung gesetzt, so 
hörte man, trotzdem alle Stimmgabeln schwangen, bei geschlossenen 
Resonatoren nur ein leises Summen, entfernte man aber die Klappen
        

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