Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Verhalten des Globulins zu den Säuren. Säureglobulin oder Acidoglobin oder... saures Globulin
Person:
Morochowetz, L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36675/66/
VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN SÄUREN- 
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ski noch vor. das seit Meissner’s Zeit unter dem Namen Parapepton bekannte, aus 
Eiweisskörpern unter der Einwirkung von Pepsin und Chlorwasserstoffsäure ent¬ 
stehende Präparat, indem er es auf das Syntonin bezieht. „Syntonid“ zu nennen. 
Das nach der Neutralisation der sauren Flüssigkeit ausgefällte Syntonid wurde, 
nach dem Waschen, in Wasser suspendirt. Indem Danilewski t/iQ Normalsalzsäure 
bis zur Reaktion auf Tropäolin zusetzte, fand er, dass auf 1.0312 grm. der aschen¬ 
freien Substanz 0,03750 HCl = 3,03%. oder auf 1,9568 grm. derselben Substanz— 
0,071193 Säure = 3,67% kommen, während die Peptone 6—8% Säure binden 
(22 p. 932). Diese sehr interessanten Beobachtungen sind aber in allgemeinem, wi¬ 
der Erwarten, zu unvollständig und wenig folgerichtig, um ein richtiges Urteil über 
die Einzelheiten derselben zu gestatten, was zum teil sich auch dadurch erklärt, 
dass der Autor z. B. die Zusammensetzung der Niederschläge garnicht in Be¬ 
tracht zieht. So lässt er in Bezug auf das „Albumin“, unter welchem Namen 
er hier den Niederschlag meint, der durch Wasser in Eiweiss erzeugt wird (ei¬ 
gentlich Globulin, A'A" 48—60 p. 50) und mit Tropäolin 000 JY? 1 kein gebundenes 
Alkali anzeigt (p. n. 101), andererseits auch in Bezug auf das Casein, welches bei 
Gegenwart von Säuren auch keine Reaktion mit Tropäolin 00 giebt, und die mine¬ 
ralischen Bestandteile dieser Niederschläge, welche, fügen wir hinzu, durch grösseren 
Aschengehalt charakterisirt sind, ganz ausser Acht. Erwägt man ferner, dass auch 
gewöhnliches Hühnereiweiss eine scharfe Reaktion auf Alkali zeigt, so ist man be¬ 
rechtigt anzunehmen, dass, wenn eine Säure lange genug einwirkte, um eine Sub¬ 
stitutions- und Kombinationsreaktion im Sinne von Schmidt’s und Eichwald’s Be¬ 
obachtungen hervorzurufen, auch mehr Säure erforderlich sein würde. Beim Neutra¬ 
lismen proteinhaltiger Flüssigkeiten muss man sehr vorsichtig zuwege gehen, da die 
Neutralisation sehr langsam vor sich geht und ein Umschlag der Reaktion noch 
nach 12—24 Stunden möglich ist '). 
In der Folge studirte Danilewski (23 p. 158) das Verhalten der Säuren zu den 
Proteinen mit Hilfe von Tropäolin noch genauer, und zwar am Myosin. Sowohl 
durch Chlorammonium und dann durch Wasser gefälltes, als auch durch irgend 
eine Säure, ausser Chlorwasserstoffsäure, ausgeschiedenes und dann mit Soda neu- 
tralisirtes Myosin zeigt bei der Tropäolinprobe gebundene Salzsäure an (ib. p. 158, 
160). Ausser diesen Tatsachen finden wir bei Danilewski auch noch sehr interes¬ 
sante Angaben darüber, dass, im Gegensatz zu der allgemein verbreiteten Ansicht 
über die mehr oder weniger schnelle Umwandlung des Myosins unter dem Einflüsse 
verdünnter Salzsäure in den „Syntonin“ genannten Zustand, der Autor einen sol¬ 
chen Übergang für nicht bewiesen hält. Überdies kann Danilewski Hoppe-Seyler’s An¬ 
sicht nicht teilen, dass das Myosin unter der Einwirkung einer verdünnten Säure nach 
einiger Zeit in Syntonin übergehe, dass aber, wenn die Flüssigkeit vordem neutra¬ 
lisât wurde, sich unverändertes Myosin ausscheide. Danilewski findet, dass im Hin¬ 
blick darauf, dass das Myosin sogar in der Hälfte der zur Sättigung notwendigen 
Säuremenge löslich ist, dessen Lösung in Salzsäure wochenlang bei Zimmertempe¬ 
ratur stehen oder eine Stunde lang bis 30—32° gewärmt werden könne, ohne ir¬ 
gend welche Veränderungen zu erfahren (23 p. 162). Um eine saure Lösung un¬ 
veränderlichen Myosins darzustellen, vermengt man gut ausgewaschenes gehacktes 
Fleisch mit einer geringen Menge Wasser und teilt das Gemenge in zwei Portionen; 
zu der einen setzt man Salzsäure bis zur Reaktion auf Tropäolin 00 hinzu und 
vermischt dann beide Portionen. Die durch Leinwand und Papier durchgeseihte 
0 Infolgedessen halte ich Danilewski’s letzte mehr, als dieselben stark subjektiv gefärbt sind 
Mitteilungen nicht anführen können, um so (149-a p.367).
        

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