Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Gehirncentren der Akkomodation. Disseration. S.- Petersburg. 1903. Russisch
Person:
Belitzkij
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit36650/1/
BIBLIOGRAPHIE. 
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trusor und Sphinkter. Der N. hypoglossus und erigens übertragen ihre Erre¬ 
gungen auf einen und denselben neuro-muskulären Apparat der Blase. Es 
werden weiter Versuche mit Ausrottung des Ganglion mesentericum inferius 
sowie mit Durchtrennung sämmtlicher Blasennerven an Hunden, die die Opera¬ 
tion überlebten, mitgeteilt. 
Belitzkij. Ueber die Gehirncentren der Akkomodation. Dissertation. S.-Pe¬ 
tersburg. 1903. Russisch. 
Belitzkij führte über 50 Versuche an Hunden und 2 an Affen (Maka- 
ken) aus zur Feststellung der Akkomodationszentren im Gehirn. Die Tiere 
wurden unter Morphium-resp. Chloroformnarkose operiert (Trepanation der 
Schädelknochen, Erweiterung der Oeffnung und Blosslegung der Kortikalsub¬ 
stanz) und darauf mit Induktionsströmen an bestimmten Stellen der Gehirn¬ 
oberfläche gereizt. Das Auftreten und die Änderungen der Akkomodation 
wurden durch Beobachtung der Linsenspiegelbilder und der Bewegung einer 
in das Auge eingestochenen Nadel verfolgt. Methodisch interessant ist es, dass 
Verf. die Nadel nicht wie gewöhnlich in den Glaskörper, sondern von der 
Seite her durch die Kornea in die vordere Augenkammer einsticht und die¬ 
selbe bis zur Berührung der vorderen Linsenoberfläche Vordringen lässt. Die 
Bewegungen des äusseren Teils der Nadel hängen von den Aenderungen der 
Akkommodation ab allerdings nur insoweit, als letztere parallel den Ortsände¬ 
rungen der vorderen Linsenfläche geht. Es gelang dem Verf, die Nadelbewe¬ 
gungen auf einer berussten Trommel zu registrieren. An der Oberfläche der 
Kortikalsubstanz wurden verschiedene Bezirke gefunden, die den Akkommoda¬ 
tionsakt beeinflussen. 1) Eine begrenzte Stelle (bei Hunden 4—8 mm2, bei 
Affen 1 cnr gross), die als Akkommodationszentrum gedeutet wird, befindet 
sich in der motorischen Zone, im G. centralis ant. in der Höhe des unteren 
Endes des Sulcus cruciatus. Ein zweites Zentrum 2) liegt teils im Okzipital-, 
teil im Parietallappen; es ist 1 %—2 cm2 gross. Die Reizung eines Zentrums 
auf einer Seite bewirkt eine Akkommodationsbewegung gleichzeitig in beiden 
Augen. Dabei übt die Zerstörung des entsprechenden Zentrums an der sym¬ 
metrischen Stelle der anderen Gehirnhälfte keine Änderung auf den Erfolg 
der Reizung aus. Zentrum 1) ist erregbarer als 2). Nach Zerstörung der 
vorderen Hügel der Corp. quadrigemina bekommt man nur noch auf Reizung 
von 1) eine A.-Bewegung; die Reizung von 2) bleibt erfolglos. Verf. nimmt 
daher an, dass 1) die Bedeutung eines Zentrums für den Ziliarmuskel besitzt, 
und dass 2) eher die Rolle eines reflektorischen Zentrums für den Akkom¬ 
modationsakt spielt. Bei Affen wurde noch ein Zentrum 3) (wahrscheinlich 
auch ein reflektorisches) auf der inneren Gehirnfläche, unmittelbar vor dem 
oberen Drittel der Fissura calcarina, gefunden. Wird die Kortikalsubstanz in 
den Zentren entfernt, so wird der A.-Akt auch durch Reizung der darunter¬ 
liegenden weissen Substanz eingeleitet, nur muss jetzt der Reiz stärker sein.— 
Mechanische und elektrische Reizung der vorderen Hügel der Corp. quadri- 
gem. ruft Akkommodationsbewegungen hervor. Verf. vermutet, dass hier ein 
reflektorisches Zentrum vom N. opticus auf den N. oculomotorius vorhanden ist. 
In den Okulomotoriuskernen befinden sich ebenfalls Zentren der Akkommoda¬ 
tion; die A.-Bewegungen, die man nach Reizung des Bodens des dritten 
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